Dr. Michael Schindler erhält den Eva und Klaus Grohe-Preis der BBAW

Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und kann alle zwei Jahre für herausragende wissenschaftliche Leistungen promovierter deutscher Wissenschaftler/Innen auf dem Gebiet der Infektiologie – sowohl in der klinischen Forschung als auch der Grundlagenforschung – verliehen werden. Die Preisträger sollen gemessen an der von ihnen erbrachten Leistung als jung angesehen werden können.

Michael Schindler hat an der Universität Bielefeld Biologie studiert (1998-2003) und wurde dort 2006 promoviert. 2006/2007 war er Postdoc am Institut für Virologie der Universität Ulm und ging 2007 im Alter von 27 Jahren als Nachwuchsgruppenleiter für „Viruspathogenesis“ an das Heinrich Pette Institut – Leibniz Institut für Experimentelle Virologie in Hamburg (HPI). Seit 2011 ist er Gruppenleiter für „HIV Immune Activation and Morphogenesis“ am Institut für Virologie des Helmholtz-Zentrums München und lehrt an der Technischen Universität München.
Michael Schindler ist Virologe und befasst sich mit einem infektionsbiologischen Thema von höchster Relevanz und großer gesundheitspolitischer Bedeutung. Er forscht zum Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) und den von ihm ausgelösten Krankheiten, insbesondere dem Krankheitsbild AIDS. Er konnte bereits wegweisende Ergebnisse vorlegen. Er untersucht die Frage, warum HI-Viren bei Menschen AIDS auslösen, während Infektionen mit nahe verwandten SI-Viren bei Affen in der Regel harmlos verlaufen. In Kooperation mit anderen Gruppen konnte er zeigen, wie das virale Protein Nef die natürlichen Wirte, afrikanische Affen, vor einer tödlichen Immunschwäche schützen kann. In Kooperation mit dem HPI konnte er weiterhin zeigen, dass HI-Viren in Makrophagen – unangreifbar durch Antikörper – überdauern. Innerhalb dieser Zellen wird HIV in weitere Organe getragen und gelangt durch die Blut-Hirn-Schranke auch in das menschliche Gehirn und ins zentrale Nervensystem. Aus diesen Ergebnissen lassen sich therapeutische Angriffspunkte identifizieren. Er erforscht des Weiteren Wirtsfaktoren bei viralen Infektionen durch die Analyse von Protein-Interaktionen. Die methodischen Arbeiten zur Messung von Protein-Interaktionen in lebenden Zellen wurden originär von ihm und seiner Arbeitsgruppe am HPI durchgeführt – eine Innovation, die für Biochemiker, Biologen und Mediziner von großem Interesse ist.

Er publiziert in international hoch angesehenen Zeitschriften. Er erhielt nationale und internationale Anerkennung für seine Leistungen, unter anderem durch die Verleihung des Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreises (2007), des Young Investigator Award der Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections, Los Angeles (2007) sowie den Postdoktoranden-Preis der Robert-Koch-Stiftung (2010). 2007 gehörte er zu den zum Treffen der Nobelpreisträger in Lindau eingeladenen jungen Wissenschaftler.

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