Dortmunder Monitoring für Medizinberichterstattung: Der Medien-Doktor geht online!

Details zum Projekt werden im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Tagung WissensWerte am 8. November (17 Uhr) im Congress Centrum Bremen vorgestellt.
Neben herausragenden Beiträgen finden sich in den Medien fast täglich auch höchst fragwürdige Artikel und Sendungen zu medizinischen Fragen: Der Nutzen einer Therapie ist übertrieben dargestellt, auf Nebenwirkungen wird nicht eingegangen, die kritische Einschätzung eines weiteren Experten fehlt, eine Pressemitteilung war die einzige Quelle. „Journalisten machen sich so regelmäßig – bewusst oder unbewusst – zum Sprachrohr von Medizinern und Pharmafirmen statt zu ihrem kritischen Betrachter“, sagt Marcus Anhäuser, Leitender Redakteur von medien-doktor.de: „Unzählige Menschen haben sich wegen einer schlechten Medizinberichterstattung schon falsche Hoffnungen oder unnötige Sorgen gemacht.“
Der Medien-Doktor möchte Journalisten in allen Medien und in allen Ressorts für Standards einer besseren Berichterstattung über Medizinthemen sensibilisieren. Gemeinsam ist den verwendeten Kriterien, dass sie sich stark an dem orientieren, was Leser und Zuschauer, Patienten und ihre Angehörige an Informationen benötigen, um sich ein vollständiges Bild zu machen. Dazu gehört, dass der Nutzen einer Therapie oder eines Diagnoseverfahrens nicht übertrieben dargestellt wird, dass Nebenwirkungen, Kosten und Alternativen thematisiert werden, dass es eine Einschätzung gibt, wie neu ein Ansatz wirklich ist und dass klar wird, wann ein Mittel verfügbar oder wie gut die Aussagekraft einer Studie ist.
Die medizinjournalistischen Kriterien ergänzt der deutsche Medien-Doktor durch allgemeinjournalistische Kriterien. Diese berücksichtigen stärker den redaktionellen Alltag von Journalisten. Faktoren wie Aktualität und Rele-vanz, Richtigkeit der Fakten, Verständlichkeit und journalistische Umsetzung fließen daher stärker in die Bewertung ein als bei den Vorgänger-Projekten in Kanada und in den USA. „Der Medien-Doktor orientiert sich bewusst auch an dem, was Journalisten selbst als Qualität definieren“, sagt Professor Holger Wormer, Projektleiter von medien-doktor.de am Dortmun-der Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus.
Dabei geht es den Betreibern keineswegs darum, möglichst viele schlechte Beispiele zu finden. Mindestens ebenso wichtig sind Positivbeispiele für eine Medizinberichterstattung, die anderen Medien und Journalisten als Vorbild dienen können.
Die Träger der Initiative Wissenschaftsjournalismus – die Robert Bosch Stif-tung, der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und die BASF – die medien-doktor.de mit einer Anschubfinanzierung unterstützen, erhoffen sich von den Projekt eine weitere Verbesserung der Qualität der wissenschaftsjournalistischen Berichterstattung in Deutschland. Auch führende Verbände von Wissenschaftsjournalisten wie die Wissenschafts-Pressekonferenz (WPK) und der Verband der Medizinjournalisten (VDMJ) unterstützen das Projekt.

Weitere Informationen:
TU Dortmund
Referat Hochschulkommunikation
Ole Lünnemann
Tel.: 0231.755.2535
Fax: 0231.755.4664
Mobil: 0160.5308491
Mail: ole.luennemann@tu-dortmund.de

medien-doktor.de
Institut für Journalistik, Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus
Marcus Anhäuser (Leitender Redakteur)
Univ.-Prof. Holger Wormer (Projektleitung)
Tel.: 0231.755.4152
0178.41091068
marcus.anhaeuser@tu-dortmund.de
holger.wormer@tu-dortmund.de
www.wissenschaftsjournalismus.org

Initiative Wissenschaftsjournalismus
Holger Hettwer, Dr. Franco Zotta
Tel.: 0231.755.6968
holger.hettwer@tu-dortmund.de
franco.zotta@tu-dortmund.de

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