DOG-Kongress: Beim Lasern von Fehlsichtigkeiten auf geprüfte Qualität achten

In jeder größeren Stadt bieten Laserzentren heute eine Korrektur von Kurz- oder Weitsichtigkeit an. Auch Hornhautverkrümmungen lassen sich so beheben. Die Behandlung dauert weniger als eine halbe Stunde. Die meisten Patienten können noch am selben Tag wieder ohne Brille scharf sehen. Dennoch sei die Laserbehandlung kein Verfahren, dem man sich „eben mal schnell” unterziehen könne, sagt Professor Dr. med. Thomas Kohnen, 1. Vorsitzender der Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) von DOG und Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. „Trotz aller Routine und Sicherheit handelt es sich um eine Operation”, betont Kohnen, der auch stellvertretender Direktor der Klinik für Augenheilkunde der Goethe-Universität Frankfurt am Main ist. Und wie bei jeder Operation gebe es Risiken, auch wenn diese bei der Laserbehandlung sehr gering seien – sofern alle Standards eingehalten werden.

Die Standards betreffen die Hygiene im Operationsraum, die genutzten Geräte und die Ausbildung des Augenarztes. Gesetzliche Regelungen für Laseroperationen gibt es nicht. Allerdings hat beispielsweise die KRC als unabhängiges Gremium auf Basis aktueller Forschungsergebnisse Richtlinien zu den verschiedenen Behandlungsverfahren festgelegt. Auch das Zertifikat des TÜV SÜD kann einen Hinweis auf geprüfte Qualität geben, ebenso eine DIN-ISO-Zertifizierung der Klinik. Eine Teilnahme an derartigen Prüfverfahren ist für Ärzte und Kliniken jedoch immer freiwillig. Eine Liste der von der KRC geprüften Ärzte lässt sich auf der Homepage der Kommission einsehen (). „Dort können sich Patienten auch darüber informieren, ob das ihnen angebotene Verfahren als sicher eingestuft wird oder ob es sich noch in der wissenschaftlichen Erprobungsphase befindet“, sagt Kohnen.

Entscheidend für den Erfolg des Eingriffs ist auch die richtige Auswahl der Patienten. Nicht jede Fehlsichtigkeit lässt sich mit dem Laser korrigieren. Behandelbar sind Kurzsichtigkeiten bis etwa -8 bis -10 Dioptrien, Weitsichtigkeiten bis circa +3 bis +4 Dioptrien und Hornhautverkrümmungen bis etwa 5 Dioptrien. Neben diesen Grenzwerten spielen auch die Pupillengröße sowie die Dicke und Beschaffenheit der Hornhaut eine Rolle. Der Chirurg sollte seine Patienten zudem nicht nur über Laserverfahren aufklären. „Nicht für jeden Fehlsichtigen ist dies die beste Wahl”, betont Kohnen. „Viele Patienten sind mit der Implantation von Kunstlinsen zusätzlich zur oder als Ersatz der natürlichen Augenlinse besser beraten. Bei anderen scheidet ein refraktiver Eingriff ganz aus.”

Worauf Patienten achten müssen, wenn sie sich einer Laserbehandlung unterziehen möchten, ist ein Thema der Vorab-Pressekonferenz zum 109. DOG-Kongress. Diese findet am 20. September 2011 in Berlin statt.

Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.

Terminhinweis:
Vorab-Pressekonferenz anlässlich des 109. DOG-Kongresses
Termin: Dienstag, 20. September 2011, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Konferenzraum 2, Jägerstraße 22-23, 10117 Berlin

Die DOG ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Augenheilkunde in Deutschland. Sie vereint unter ihrem Dach mehr als 5.900 Ärzte und Wissenschaftler, die augenheilkundlich forschen, untersuchen und behandeln. Wesentliches Anliegen der DOG ist es, die Forschung in der Augenheilkunde zu fördern: Sie unterstützt wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und gibt wissenschaftliche Fachzeitschriften heraus. Darüber hinaus setzt sich die DOG für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Augenheilkunde ein, indem sie zum Beispiel Stipendien vor allem für junge Forscher vergibt. Gegründet im Jahr 1857 in Heidelberg, ist die DOG die älteste medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft der Welt.

Kontakt für Journalisten:
Pressestelle 109. DOG-Kongress
Silke Stark
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-572
Telefax: 0711 8931-167


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