DÖAK 2015: PrEP funktioniert im Alltag – Anwendung empfohlen

Vor dem Hintergrund von jährlich immer noch 3.000 bis
3.500 Neuinfektionen in Deutschland stellt die in Europa noch wenig
bekannte Präexpositionsprophylaxe, auch abgekürzt PrEP genannt,
einen wichtigen Baustein der Prävention für Hochrisikogruppen dar.
PrEP bedeutet, dass HIV-negative Personen vorbeugend als
Dauermedikation oder bei Bedarf bestimmte Medikamente der
antiretroviralen HIV-Therapie einnehmen, um sich bei Sexualkontakten
vor einer möglichen HIV-Infektion zu schützen. Im Gegensatz zu den
USA ist in der EU noch kein Medikament für die
Präexpositionsprophylaxe zugelassen, kann jedoch im Rahmen des
Off-Label-Use von Ärzten auf Privatrezept verschrieben werden.

Einwände, mit Verhaltensänderungen langfristig ebenfalls eine deutliche
Reduktion der Neuinfektionen bei Hochrisikogruppen erreichen zu können,
können bisher leider nicht belegt werden. In den USA und in Afrika wurde
die Effektivität von Strategien, mit Aufklärungskampagnen das
Sexualverhalten ändern zu wollen untersucht. Das Ergebnis war
ernüchternd: Nachhaltige Änderungen war nicht festzustellen.
Unmittelbar zu klären bleiben die Erweiterung der europäischen Zulassung
der Wirkstoffe und die Frage der Finanzierung der teuren Medikamente, die
allerdings noch teurere Behandlungskosten sparen könnten. Wichtig sei außerdem eine begleitende, evidenzgesicherte Anwendung der Präexpositionsprophylaxe, so Prof. Dr. Gregor Behrens, Präsident der Deutschen AIDS-Gesellschaft. Weitere Anwendungsstudien zur Präexpositionsprophylaxe sollten unbedingt folgen, so die Wissenschaftler auf dem Kongress.

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