DNA-Spezialisten aus Rechtsmedizin und Kriminaltechnik zu Gast in Gießen

Über 400 wissenschaftliche und technische Spezialisten der forensischen DNA-Analyse werden vom 16. bis 18. Februar 2017 zum Spurenworkshop in Gießen erwartet. Dieser jährlich stattfindende Kongress gilt als wichtigstes Treffen auf dem Gebiet der forensischen DNA-Analyse. Gastgeber des 37. Spurenworkshops ist in diesem Jahr das Institut für Rechtsmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Schirmherren der Kongresse sind die Deutsche Gesellschaft für Rechtsmedizin und die Spurenkommission, die gemeinsame Kommission rechtsmedizinischer und kriminaltechnischer Institute.

„Wir freuen uns sehr, Gastgeber des diesjährigen Spurenworkshops zu sein“, betont Prof. Dr. Dr. Reinhard Dettmeyer, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin in Gießen. „Wir werden die Gelegenheit nutzen, Gießen als Standort für qualitativ hochwertige forensische DNA-Analysen auf dem neuesten technischen Stand zu präsentieren.“ Die Einhaltung und Verbesserung der selbst gesetzten hohen Qualitätsstandards ist ein zentraler Aspekt der Spurenworkshops. Die Erfassung und Auswertung von DNA-Spuren ist aus der heutigen Kriminaltechnik nicht mehr wegzudenken. „DNA-Analyse verlangt allerhöchste Präzision und Know-how“, erklärt Dettmeyer. „Schon allerkleinste Fehler können dazu führen, dass eine Spur nicht mehr beweiskräftig auszuwerten ist. Unter Umständen geht eine Spur dadurch verloren und ein Täter kann nicht überführt werden.“

Deshalb müssen sich die in die polizeiliche Ermittlungsarbeit eingeschlossenen Institute einer jährlichen Qualitätskontrolle unterziehen, den so genannten GEDNAP(German DNA Profiling)-Ringversuchen. An den GEDNAP-Ringversuchen nehmen nicht nur Labore aus Deutschland, sondern aus ganz Europa teil. Inzwischen ist es wohl der weltweit größte Spuren-Ringversuch. Jedes an den Ringversuchen teilnehmende Labor erhält unbekannte Proben, die analysiert werden müssen. Auf dem Spurenworkshop werden die Ergebnisse der letztjährlichen Ringversuche präsentiert. Die erfolgreichen Teilnehmer erhalten Zertifikate, die die hohe Qualität der Arbeit dokumentieren.

Das wissenschaftliche Programm beschäftigt sich nicht nur mit neuen Analysenmethoden, sondern auch mit der Alltagsroutine, seien es Verbesserungen im Labor oder Auswirkungen der Rechtsprechung auf die DNA-Analytik. Eröffnet wird das wissenschaftliche Programm mit einem Gastvortrag des Gießener Strafrechtlers Prof. Dr. Bernhard Kretschmer zum Thema: „Rechtliche Anforderungen der DNA-Feststellung – aktueller Stand und Ausblick“

Zum Tagungsauftakt und zum Gastvortrag von Prof. Kretschmer am Freitag ab 13:30 Uhr im Hörsaalgebäude der Physik ist die Presse herzlich eingeladen.

Termin:

16. bis 18. Februar 2017, Hörsaalgebäude Physik, Heinrich-Buff-Ring 14, Gießen
Freitag, 17. Februar 2017, Hörsaal 1:
13.30 Uhr Auftakt und Gastvortrag Prof. Dr. Bernhard Kretschmer: „Rechtliche Anforderungen der DNA-Feststellung – aktueller Stand und Ausblick“

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. Reinhard Dettmeyer
Dipl.-Ing. Frank Heidorn
Institut für Rechtsmedizin
Frankfurter Str. 58, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-41427
E-Mail: Frank.Heidorn@forens.med.uni-giessen.de

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