DKFZ-Firmenausgründung „Mint Medical“ erhält Hightech-Preis des Landes Baden-Württemberg

Forscher der Abteilung "Medizinische und Biologische Informatik" am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben die Mint Medical GmbH im März 2010 gegründet. Das DKFZ ist Miteigentümer des Unternehmens. Mint Medical entwickelt und vertreibt Software, die es Ärzten ermöglicht, medizinische Bilddaten besonders exakt und effizient zu analysieren. Es besteht eine starke Nachfrage nach solchen Software-Lösungen, denn moderne bildgebende Verfahren wie Computertomografie oder Magnetresonanztomografie liefern eine kaum überschaubare Fülle von Bilddaten aus dem Körperinnern. Diese Daten müssen optimal ausgewertet werden, um ein aussagekräftiges Bild zu erhalten – erst dann können die Ärzte den Patienten auch wirklich eine treffsichere Diagnose und damit eine optimale Therapie bieten.

Zu diesem Zweck entwickelt Mint Medical verschiedene Softwareprodukte. Der "Mint Lesion Analyzer" erlaubt die Überwachung von Krebstherapien. Er ermöglicht Aussagen darüber, ob sich ein Tumor durch eine Therapie tatsächlich verkleinert hat. "Mint Liver" ist ein Werkzeug, das die Diagnose und Therapie von Lebererkrankungen unterstützt. Es kann den Aufbau der Leber eines Patienten räumlich rekonstruieren und verschiedene chirurgische Eingriffe simulieren. So können die Ärzte vorab ermitteln, welcher Eingriff den größten Erfolg verspricht. Das mittelfristig geplante Produkt "Mint Nauris" hilft bei Operationen an der Lunge. Es stellt bei endoskopischen Eingriffen die aktuelle Position des chirurgischen Instruments dar und zieht dafür dreidimensionale Bilddaten des Patienten heran.

Die Juroren des Technologiepreises CyberOne fanden das Unternehmen Mint Medical bei über 60 Bewerbern so überzeugend, dass sie ihm den CyberOne-Sonderpreis des Landes Baden-Württemberg zugesprochen haben. Damit ist nicht nur die Auszeichnungssumme von 5000 Euro verbunden. Die Preisträger hatten auch die Möglichkeit, sich vor einer Jury aus Wirtschaft, Forschung und Finanzwirtschaft zu präsentieren und ihr Geschäftskonzept prüfen zu lassen. Außerdem sind sie nun Mitglied in Europas größtem Netzwerk der Technologiebranche.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland und Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. Über 2.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, davon 850 Wissenschaftler, erforschen die Mechanismen der Krebsentstehung und arbeiten an der Erfassung von Krebsrisikofaktoren. Sie liefern die Grundlagen für die Entwicklung neuer Ansätze in der Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen. Daneben klären die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Krebsinformationsdienstes (KID) Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert.

Diese Pressemitteilung ist abrufbar unter <www.dkfz.de/pressemitteilungen>
Dr. Stefanie Seltmann

Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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(idw, 06/2010)

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