Digitales Mammographie-Screening: Studie aus Münster belegt verbesserte Diagnostik

Münster (ukm). Fortschritt bei der Früherkennung von Brustkrebs: Durch den Einsatz moderner digitaler Röntgentechnologie entdecken Mediziner vermehrt Mikroverkalkungen. Im Vergleich zur herkömmlichen Film-Folien-Mammographie ist hier die Rate diagnostizierter Brustkrebsvorstufen und auch die Rate kleiner invasiver (in das Gewebe wachsender, nicht abgegrenzter) Brusttumoren erhöht.

Diese Ergebnisse wurden nun vom Institut für Klinische Radiologie und vom Referenzzentrum Mammographie am Universitätsklinikum Münster (UKM) in der aktuellen Juni-Ausgabe des renommierten wissenschaftlichen Journals Radiology veröffentlicht. Demnach sind Mikroverkalkungen bei Frauen in der Altersgruppe von 50 bis 69 Jahren ein diagnostisch relevantes Zeichen in der mammographischen Befundung. 32 Prozent aller Brustkrebserkrankungen wurden durch Mikrokalk in der Screening-Mammographie diagnostiziert, in 38 Prozent der Fälle handelte es sich dabei um so genannte invasive Brustkrebsformen. Diese wiesen einen signifikant geringeren Tumordurchmesser (Median 7 mm) auf als invasive Karzinome mit anderer radiologischer Charakteristik (Median 14 mm) oder invasive Karzinome mit Kombinationen radiologischer Zeichen (Median 17 mm) wie Dichteerhöhung oder Architekturstörung. Therapeutisch scheinen die entdeckten kleinen Karzinome von gleicher Relevanz zu sein und ein nicht geringeres aggressives Potential aufzuweisen.

Die Autoren folgern im internationalen Studienvergleich, dass das digitale Mammographie-Screening über das Potential verfügt, die Entdeckungsrate invasiver Brustkrebsfälle mit geringerem Tumordurchmesser zu erhöhen und so früher mit einer geeigneten Therapie zu beginnen.

Literaturquelle:
Calcifications in digital mammographic screening: improvement of early detection of invasive breast cancers?
Weigel S, Decker T, Korsching E, Hungermann D, Böcker W, Heindel W.
Radiology. 2010; 255(3): 738-45).
(idw, 06/2010)

Scroll to Top