„Digital Junkies“: Buch über Internetabhängigkeit erschienen

Medienabhängigkeit kann lebensgefährlich sein

Internet- und Computerspielabhängige leiden häufig auch unter Depressionen, sozialen Ängsten und Aufmerksamkeitsstörungen. Zu ihnen gehören auch Menschen, die sich in die Cybersex- und Social Media-Welten flüchten und dort zusehends vereinsamen. „Die Betroffenen bedürfen dringend einer Therapie“, sagt Bert te Wildt, doch spezifische Behandlungsangebote gebe es in Deutschland bislang kaum. „Ich sehe in der Internetabhängigkeit mittlerweile eine lebensgefährliche Sucht. Zu meinen Patienten zählen vor allem depressive junge Menschen, die schlimmstenfalls suizidal sind.“ Die Betroffenen vernachlässigen ihre Körperpflege, Ernährung und Gesundheit, haben soziale Probleme im persönlichen Umfeld und sind nicht mehr in der Lage, Leistungen in Schule, Ausbildung und Beruf zu erbringen. In seinem Buch berichtet der Mediziner über seine Erfahrungen aus der Praxis sowie über wissenschaftliche Studien.

Die digitale Revolution kritisch begleiten

Medienabhängigkeit ist noch nicht abschließend offiziell als Krankheit anerkannt, obwohl die Fälle seit Jahren zunehmen. Mit seinem Buch möchte Bert te Wildt das Thema einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Er stellt pädagogische und politische Präventionsmaßnahmen vor, mit deren Hilfe Erwachsene wie Kinder vor Internetabhängigkeit geschützt werden können. „Es geht mir aber nicht darum, das Internet einseitig zu verurteilen, sondern die digitale Revolution kritisch zu begleiten“, erklärt te Wildt. An der LWL-Klinik bietet er eine Spezialsprechstunde für Medienabhängige an.

Öffentlicher Vortrag über Internetabhängigkeit

Bert te Wildt wird sein Buch unter anderem auf der Leipziger Buchmesse vorstellen sowie in Fernsehauftritten bei mehreren Sendern. Über die Internetabhängigkeit spricht er außerdem während eines öffentlichen Vortrags im Rahmen der Vorlesungsreihe „Hörsaal City“ der Ruhr-Universität Bochum; Termin ist der 14. April (http://www.rub.de/wissenstransfer/dialog/hoersaal-city/).

Titelaufnahme

Bert te Wildt (2015): Digital Junkies – Internetabhängigkeit und ihre Folgen für unsere Kinder, Droemer, ISBN: 978-3-426-27656-3

Weitere Informationen

PD Dr. med. Bert te Wildt, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, LWL-Universitätsklinikum Bochum, Alexandrinenstr. 1-3, 44791 Bochum, Tel. 0234/5077-3120, E-Mail: bert.tewildt@wkp-lwl.org

Angeklickt

Verlagswebseite
http://www.droemer-knaur.de/leselounge/8471463/bert-te-wildt-digital-junkies

LWL Klinik für Psychosomatische Medizin und -psychotherapie
http://www.lwl-uk-bochum.de/klinik-fuer-psychosomatische-medizin-und-psychotherapie

Artikel im Wissenschaftsmagazin „RUBIN“ über Internetabhängigkeit
http://rubin.rub.de/de/mensch-im-netz

Kommentar von Bert te Wildt zu Gefahren der digitalen Revolution
http://rubin.rub.de/de/standpunkt-gefahren-der-digitalen-revolution

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