Die Zukunft der Krankenhäuser: wenige Exzellenzzentren, viele kommunale Grundversorger

München 18. Juli 2016. Flexibler, spezialisierter, vernetzter denken, das empfiehlt die Studie „Hospital of the Future: A new Role for leading Hospitals in Europe“ des Center for Research in Healthcare Innovation Management (CRHIM) an der IESE Business School. Die Studienautor/innen Dr. Magda Rosenmöller, Prof. Jaume Ribera und Gabriel Antoja von der IESE sowie Pablo Borrás, Executive Director bei Accenture identifizieren darin Schlüsselfaktoren und Herausforderungen, denen sich Gesundheitspolitiker und Krankenhausmanager in den nächsten 15 Jahren stellen müssen.

Die Wissenschaftler konnten aus ihren Untersuchungen unter anderem folgende, wegweisende Erkenntnisse für Gesundheitspolitiker und Krankenhausmanager herauskristallisieren:

– Um den Kahlschlag bei den Gesundheitsausgaben und Mangel an qualifizierten Krankenschwestern und Therapeuten auszugleichen, müssten führende Krankenhäuser ihren Fokus stärker auf Vernetzung und Partnerschaften mit Universitäten, Unternehmen aber auch anderen Krankenhäusern legen und weniger auf kostspielige Infrastrukturen.
– Daneben empfiehlt die Studie, die starren Grenzen zwischen den medizinischen Abteilungen abzubauen, sodass Ressourcen und Wissen zwischen kleineren, komplexeren Einheiten flexibler geteilt werden können.
– Wo Patienten sich außerdem mehr und mehr als Klienten verstünden, müsse der Arzt zum service-orientierten Dienstleister werden.
– Routineversorgung verliert, laut der Studie, an Bedeutung, präventive Medizin dagegen wird immer wichtiger. Technologien wie genombasierte Diagnosen oder die Fernüberwachung chronischer Erkrankungen über mobile Anwendungen und medizinische Sensoren werden die Verweildauer der Patienten verringern und gleichzeitig die Effizienz der Behandlung erhöhen.

Der Report plädiert überdies für eine neue Aufteilung der Zuständigkeiten im Gesundheitssystem. Wenige, hochkarätige Krankenhäuser sollen sich zu multidisziplinären Exzellenzzentren wandeln. Sie konzentrierten sich damit auf diejenige Versorgung, die Spezialistenwissen oder den Einsatz von Spezialgeräten erfordere. Dafür könnten sie durchaus auch verkleinert werden. Die Versorgung von Routinefällen dagegen sollen zukünftig kommunale Krankenhäuser und Kliniken zu geringeren Kosten übernehmen.

Die Studie bezieht ihre Erkenntnisse insbesondere von zwei führenden europäischen Kliniken: dem Universitätskrankenhaus Karolinska Institutet (KI) in Schweden und der Hospital Clínic de Barcelona (HCB) in Spanien. Sie wurden ausgewählt aufgrund ihrer erstklassigen Erfolgsbilanz in Bezug auf Sicherheit, Service und Breite ihrer Angebots- und Behandlungspalette. Beide gelten über ihre Region hinaus als hoch innovative Referenzhäuser.

„Ohne wirklich ausgereifte und durchgreifende Maßnahmen“, so die Studienautorin Dr. Rosenmöller, „werden unsere Gesundheitssysteme bald endgültig an ihre Grenzen kommen. Wenn allerdings Gesundheitspolitiker und Krankenhausmanager jetzt die richtigen Schritte unternehmen, können Kliniken auch in Zukunft hervorragende medizinische Versorgung bieten.“

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Studie:
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Über CRHIM

Das Center for Research in Healthcare Innovation Management (CRHIM) unterstützt seit über 30 Jahren bei der Integration von modernen Managementstrukturen in Krankenhäusern und beschäftigt sich mit Themen wie Gesundheitssystemen, Patientenmobilität, Risikomanagement, Patientensicherheit und Qualitätsmanagement, Betriebsführung und Optimierung der Wertschöpfungsketten im Gesundheitswesen. Das CRHIM realisierte Projekte und Studien für und mit der Bill und Melinda Gates-Stiftung sowie der Weltbank, der Innovative Medicine Initiative (IMI), FP6 Europe for Patients (e4p), Health Research for Europe (HR4E), der Brookings Institution, der Healthcare Information and Management Systems Society (HIMSS), der Grameen Foundation sowie verschiedenen Universitäten und Regierungsinstitutionen.

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Über IESE

Die IESE Business School gehört mit Standorten in Barcelona, Madrid, München, New York City und São Paulo zu den führenden Business Schools der Welt. Vor mehr als 50 Jahren brachte sie als Vorreiterin in der Ausbildung von Führungskräften „Executive Education“ nach Europa. IESE unterscheidet sich von anderen Bildungsinstitutionen durch ihren ganzheitlichen Managementansatz, ihre ausgesprochen internationale Ausrichtung sowie einen unmittelbaren Praxisbezug. Mehr als 110 Vollzeit-Professoren lehren heute in IESE-Programmen auf fünf Kontinenten. In Deutschland bietet die Business School seit zehn Jahren Programme für die oberste Führungsebene an (AMP Munich), seit drei Jahren für die zweite Führungsebene (PMD Munich). Im Sommer 2015 hat die IESE einen Campus in München eröffnet.

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Im „Executive Education Ranking der Financial Times 2016“ steht die IESE Business School in diesem Jahr erneut weltweit an erster Stelle.

Für weitere Informationen:
Dorothee von Canstein
Head of Communications
IESE Business School Munich
Tel. +49 (0)89 24209790
Mobil +49 (0) 173 6101255

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