Die Würfel sind gefallen: Prof. Rudolph wird neuer Leiter des Leibniz-Instituts für Altersforschung

Professor Dr. med. Karl Lenhard Rudolph studierte in Göttingen Biologie und Medizin und ist heute ein für seine Arbeiten zur Stammzellalterung vielfach ausgezeichneter Wissenschaftler. Im Rahmen des Emmy Noether-Programmes baute er 2001 an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eine eigene Arbeitsgruppe auf, erhielt 2006 eine Heisenberg-Professur und übernahm 2007 den Lehrstuhl für Molekulare Medizin sowie die Leitung der Max-Planck-Forschungsgruppe für Stammzellalterung an der Universität Ulm. Er ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Alternsforschung e.V. (DGfA).

2009 erhielt Professor Rudolph für seine wegweisenden Arbeiten zur Telomerverkürzung den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem bedeutendsten deutschen und international höchstdotierten Forschungspreis mit 2,5 Mio. Euro. Telomere sind jene DNA-Motive, die sich an linearen Chromosomenenden befinden und bei jeder Zellteilung verkürzt werden. Bei seinen Arbeiten interessierte den Mediziner vor allem das Enzym Telomerase, das die Verkürzung der Telomere einschränkt und so eine häufigere Zellteilung ermöglicht, wie z.B. in Stammzellen, weshalb das Enzym auch als „Jungbrunnenenzym“ bezeichnet wird. Vergangenen Freitag wurde Professor Rudolph in München mit dem 30.000 Euro dotierten Wilhelm-Vaillant-Preis „für seine bahnbrechenden Leistungen in der Erforschung der molekularen Ursachen des Alterns“ ausgezeichnet.

Professor Karl Lenhard Rudolph wird ab Januar 2012 die Nachfolge von Professor Herrlich antreten. „Wir sind sehr stolz, mit Herrn Professor Rudolph einen Top-Kandidaten für die wissenschaftliche Leitung unseres Institutes gewonnen zu haben“, betont der jetzige Vorstand des FLI, Professor Herrlich und Dr. Barthel. „Das ist sicherlich nicht nur ein großer Gewinn für unser Institut, sondern auch für die Lebenswissenschaften in Jena“.

Der Spitzenforscher Rudolph sieht „enorme Gestaltungsmöglichkeiten am Standort Jena“. Er möchte „durch eine gezielte Berufungspolitik“ die Sichtbarkeit des FLI weiter erhöhen und das FLI zu einem international führenden Institut auf dem Gebiet der Altersforschung weiterentwickeln. Professor Rudolph wird den bestehenden Fokus in den Bereichen Stammzellalterung und Genomintegrität schärfen; Prozesse, die sowohl für das Nachlassen von Organfunktionen als auch das exponentiell ansteigende Krebsrisiko im Alter von grundlegender Bedeutung sind.

Das mit seinen über 300 Mitarbeitern in Jena ansässige Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) hat sich in den Jahren 2000 bis 2005 besonders mit genomischer Arbeit (Sequenzierung des Menschlichen Genoms) einen Namen gemacht. Seit seiner Neuorientierung zur Altersforschung dienen einzigartige tierische Altersmodelle (Fisch; Nacktmull) der Erforschung der Alterung und Lebensspanne. Der Einfluss der Lebensbedingungen (z.B. Stress), wie auch genetischer Faktoren auf die Alterung, wie auch das Studium ausgewählter Alterskrankheiten (z.B. Osteoporose – Knochenbrüchigkeit; Einflüsse auf Stammzellfunktionen) bilden das breite Spektrum der Themen des FLI. Die von Professor Rudolph beabsichtigten Ziele sind ideale Ergänzungen für das FLI, die besonders geeignet sind, die internationale Sichtbarkeit des Institutes zu erhöhen.

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Kontakt:

Dr. Kerstin Wagner
Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI)
Beutenbergstr. 11, 07745 Jena
Tel.: 03641-656378, Fax: 03641-656335, E-Mail: koordinator@fli-leibniz.de

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Hintergrundinfo

Das Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena ist das erste deutsche Forschungsinstitut, das sich seit 2004 der biomedizinischen Altersforschung widmet. Über 330 Mitarbeiter aus 25 Nationen forschen zu molekularen Mechanismen von Alterungsprozessen und altersbedingten Krankheiten. Näheres unter .

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 87 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Näheres unter .

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