Die Tübinger Kinder-Uni 2010: Über die Erfindung der Kunst, Sinnestäuschungen und Kriege

Zum neunten Mal findet in diesem Jahr die Tübinger Kinder-Uni statt, und auch in diesem Jahr gibt es neue Professorinnen und Professoren, die Kindern spannende Antworten auf Warum-Fragen geben. Das Vorlesungsprogramm geht vom 4. Mai bis zum 22. Juni und findet jeden Dienstag um 17.15 Uhr im Kupferbau, Hörsaal 25 (außer in den Pfingstferien) statt. Eine Anmeldung zu den Vorlesungen ist nicht nötig und auch nicht möglich, die Kinder können einfach hinkommen.

Das Kinder-Uni-Programm des Jahres 2010 wird mit dem Kinder-Uni-Forschertag am Samstag, dem 3. Juli abgeschlossen. Am diesem Tag öffnet die Universität ihre Tore und bietet in den Instituten Seminare und Workshops zum Mitmachen an. Dort können die Kinder auch selbst forschen. Das Programm für den Kinder-Uni-Forschertag wird im Juni bekanntgegeben. Für diese Veranstaltungen sind Anmeldungen nötig. Die Anmeldefrist beginnt etwa zwei Wochen vor dem Kinder-Uni-Forschertag.

In Tübingen wurde die Kinder-Uni als Gemeinschaftsprojekt der Tageszeitung Schwäbisches Tagblatt und der Eberhard Karls Universität Tübingen erfunden – mittlerweile gibt es Kinder-Unis an rund 200 Standorten in ganz Europa und darüber hinaus.

Die erste Vorlesung hält am 4. Mai Professor Nicholas Conard, der mit seinem Team in den Höhlen der Schwäbischen Alb die ältesten Kunstwerke der Menschheit, nämlich kleine Tier- und Menschendarstellungen aus Elfenbein, ausgegraben hat. Er geht daher der Frage nach "Warum hat der Mensch die Kunst erfunden?" Denn vor diesen etwa 40.000 Jahre alten Figürchen gab es ja noch keine Kunst.

Professor Dr. Thomas Aigner ist am 11. Mai mit der Frage "Warum geht uns das Erdöl aus?" dran. Er ist Professor für Sedimentologie am Institut für Geowissenschaften und beschäftigt sich mit den geologischen Schichten, in denen Erdöl und Erdgas eingelagert sind. Er hat viele Jahre auch nach Erdölfeldern geforscht und weiß daher bestens Bescheid um die Begrenztheit der Erdölvorräte.

Professor Dr. Rita Triebskorn beschäftigt sich als Ökotoxikologin mit den Auswirkungen von Schadstoffen in der Umwelt auf Lebewesen. Durch Umweltgifte bekommen auch kleinste Lebewesen große Schwierigkeiten, und daher geht Renate Triebskorn am 18. Mai der Frage nach "Warum haben auch Schnecken Stress?"

Am 8. Juni ist Professor Dr. Herbert Müther, Theoretischer Physiker und Prorektor für Forschung der Universität an der Reihe. Er wird die Frage beantworten "Warum ist der Himmel blau?" Dabei geht es auch darum, was Licht und was Farben sind und wie wir Farben wahrnehmen.

Professor Dr. Ewald Frie ist Historiker und beschäftigt sich mit der Neueren Geschichte. Er macht sich Gedanken darüber, dass es in der Geschichte immer wieder Kriege gab und auch heute noch gibt, und versucht die schwierige Frage zu beantworten: "Warum gibt es Kriege?" Seine Vorlesung ist am 15. Juni.

Den Abschluss bildet der Neurobiologe Professor Dr. Uwe Ilg, der auch das Schülerlabor für Neurowissenschaften der Universität Tübingen leitet. Dort experimentiert er mit Schülern der Oberstufe und kann immer wieder mit den staunenden Schülern feststellen, dass uns unsere Sinne sich sehr leicht täuschen können. Er beantwortet daher am 22. Juni die Frage "Warum können uns unsere Sinne täuschen?"

Das Programm im Internet: www.uni-tuebingen.de/kinderuni
(idw, 04/2010)

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