Die Rolle von Anoctamin 6 beim programmierten Zelltod von Darmepithelzellen

Die Rolle von Anoctaminen am Darm war bislang unbekannt. Das Darmepithel unterliegt einer ständigen Erneuerung. Nach nur 3 – 5 Tagen werden gealterte Zellen an der Darmoberfläche durch den programmierten Zelltod entfernt. Die abgestorbenen Zellen werden abgestoßen oder von Makrophagen beseitigt. Hierbei spielt ein Fress- oder „eat-me“ Signal (Exposition von Phosphatidylserinen) auf der Zelloberfläche der apoptotischen Zellen eine entscheidende Rolle. Makrophagen erkennen dieses Signal und beseitigen die Zelle durch Phagozytose „Auffressen“. In Lymphozyten ist Ano6 für die Apoptose und für die Exposition von Phosphatidylserin an der äußeren Zellmembran notwendig.

„Wir wollen herausfinden, welche Rolle Ano6 für die Apoptose von Enterozyten spielt“, so Professor Dr. Rainer Schreiber zum Projektziel. „Erste Untersuchungen zeigten, dass Ano6 hauptsächlich im Oberflächenepithel und nicht in den sich teilenden Zellen der Kryptbasis zu finden ist.“ Das Team um Prof. Dr. Rainer Schreiber nimmt an, dass Ano6 sowohl wichtig für das Absterben der Enterozyten als auch für die Entstehung des Fresssignals auf der Oberfläche der gealterten Enterozyten ist. Fehlt Ano6, so werden möglicherweise gealterte Enterozyten nicht apoptotisch und auch nicht von Makrophagen erkannt und könnten somit entarten.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 48.000 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Millionen Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Kontakt (Projektleitung):
Prof. Dr. Rainer Schreiber, Universität Regensburg, Institut für Physiologie
Telefon: 49 (0)941 943-2935; E-Mail: Rainer.Schreiber@vkl.uni-regensburg.de

Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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