Die neue Heimat: Wie wollen wir wohnen?

(pur). In den angesagten Großstadtvierteln steigen die Mieten, die exklusiven Bauten der Investoren sind teuer. Das ökologisch angehauchte Milieu will dem nun etwas entgegen setzen und baut selbst. Hunderte Mehrfamilienhäuser mit gemeinsamem Garten in der Stadt und Wohnprojekte auf dem Land entstehen. Verdrängen die ökologischen Hausgemeinschaften die etablierten Bewohner? „Nein“, sagt der Berliner Stadtsoziologe Andrej Holm in der neuen Ausgabe des Umweltmagazins zeo2. Er spricht von einer „Mittelklasse-Strategie, sich Eigentum zu bilden, wenn Mieten stark steigen und die eigene Wohnung zur rationalen Option wird, die individuelle Wohnungsfrage zu lösen.“ Die neue zeo2 trägt den Titel „Wie wollen wir wohnen?“

Australien leidet wie kein anderes Industrieland unter den Folgen des Klimawandels. Das Land „verdörrt“ und „brennt“, schreibt der renommierte Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf. Doch „wer die Katastrophe benennt, bekommt Hassmails“. Rahmstorf prangert wie niemand bisher an, dass die Regierung in Australien den Klimawandel ignoriert.

Wie es mit der deutschen Umweltpolitik weitergehen soll, erklärt derweil Bundesumweltministerin Barbara Hendricks im Interview mit der zeo2. Früher hat sich die SPD-Politikerin für die Steinkohle stark gemacht, jetzt will sie den Klimaschutz voranbringen. Sie erklärt: „Ich werde nicht mit erhobenem Zeigefinger durch die Gegend laufen und sagen: Es ist moralisch verwerflich, wenn ihr anders lebt.“ Auch sie selbst sei „keine 100-Prozent ökologische Verbraucherin“.

In den nächsten Monaten wird der Bundesgerichtshof entscheiden, ob für einen Unfall eine Schuld trägt, wer ohne Helm Rad fährt. Die Journalistin Ulrike Winkelmann meint: „Nein“. Sie hält ein eine Helmpflicht für Radfahrer für „gefährlich“. Denn die Autofahrer verursachten über 90 Prozent der Abbiegeunfälle. Und der Kopfschutz senke das Verletzungsrisiko nicht.

DieTierethikerin Hilal Sezgin äußert sich zur Ernährung. Sie hält die Moral der Fleischesser für saumäßig und ist überzeugt dass man Tier nicht töten darf, auch nicht für Ökofleisch.

Erstmals geht zeo2 ins Kino. Der Film „Population Boom“ räumt mit der Legende auf, dass zu viele Menschen das ökologische Problem des Planeten seien. Werner Boote zeigt in großartigen Bildern, dass nicht die vielen Armen, sondern die wenigen Reichen die Atmosphäre mit CO2 aufheizen und die Rohstoffe und Ressourcen plündern. Kulturjournalist Jürgen Kiontke schreibt in der zeo2-Filmbesprechung: „Eine radikale Minderheit terrorisiert die Weltbevölkerung“.

Das Umweltmagazin zeo2 zeigt gesellschaftliche Trends auf. Es erscheint alle drei Monate im Beliner taz-Verlag. Herausgeber ist die Deutsche Umwelthilfe. Abo unter http://www.taz.de/!115478/

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