Die nächste Generation biotechnologischer Verfahren

Eine wachsende Weltbevölkerung, die Verknappung fossiler Rohstoffe und der Klimawandel stellen unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Um Antworten auf die drängendsten Probleme zu finden, sind neuartige Konzepte und Technologien für eine schonendere, nachhaltige Wirtschaftsweise gefragt. Die Biotechnologie kann entscheidend dazu beitragen, nachwachsende Rohstoffe industriell in verschiedensten Wirtschaftszweigen und Anwendungsfeldern zu nutzen. Sie trägt damit wesentlich zur Umsetzung einer wissensbasierten Bioökonomie bei. Um das volle Innovationspotential der Biotechnologie für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche zu erschließen, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 bereits im Jahr 2010 die Initiative „Nächste Generation Biotechnologischer Verfahren – Biotechnologie 2020+“ ins Leben gerufen. Rund 50 Forschungsprojekte hat das BMBF im Rahmen dieser Initiative bisher gefördert.

Gemeinsam mit dem Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik (iba) richtet der Projektträger Jülich (PtJ) für das BMBF auf dem 18. Heiligenstädter Kolloquium „Technische Systeme für die Lebenswissenschaften“ vom 19. bis zum 21. September 2016 ein Statusseminar zur Initiative „Biotechnologie 2020+“ aus. Wissenschaftler aller im Rahmen von „Biotechnologie 2020+“ geförderten Projekte werden über ihre bisherigen Forschungsergebnisse berichten. Das Statusseminar soll aber nicht nur informieren. Es soll auch zur Standortbestimmung der Initiative beitragen: Wie weit sind wir auf dem Weg zu einer nächsten Generation biotechnologischer Produktionsverfahren bisher gekommen und welchen Kurs sollten wir zukünftig einschlagen?

„Neuartige biotechnologische Produktionsverfahren können insbesondere aus einer engeren Kooperation unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen entstehen. Hier sind die Bio- und Ingenieurwissenschaften angesprochen, aber auch Chemie, Physik, Informatik und Materialwissenschaften und ihre Nachbardisziplinen. Dass die Heiligenstädter Kolloquien seit jeher interdisziplinär ausgerichtet sind, ist ein wesentlicher Grund für die Entscheidung des BMBF gewesen, die Heiligenstädter Tagung für sein Statusseminar zu nutzen“, erklärt Dr. Roman Zimmermann, Betreuer der Initiative bei PtJ.

Auf dem Heiligenstädter Kolloquium werden darüber hinaus in rund 40 weiteren Vorträgen die technischen Voraussetzungen und Möglichkeiten für neue Anwendungen in den Biowissenschaften und der Medizin thematisiert. Seit 1982 richtet das iba die Kolloquien aus, die alle zwei Jahre mehr als 200 Wissenschaftler aus ganz Deutschland und einigen Ländern Europas nach Heilbad Heiligenstadt führen.

Der Projektträger Jülich steht dem BMBF seit 1978 als Partner in der Forschungsförderung zur Seite und setzt derzeit auch die Fördermaßnahmen zur Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 um. So hat der Projektträger das BMBF auch bei der Planung und Umsetzung der Initiative „Biotechnologie 2020+“ unterstützt und begleitet die aus ihr hervorgegangenen Fördermaßnahmen „Basistechnologien für eine nächste Generation biotechnologischer Verfahren“ und „Forschungspreis Biotechnologie 2020+“.

Ansprechpartner
Dr. Roman Zimmermann ro.zimmermann@fz-juelich.de +49 2461 61-3750

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