„Die MHH ist ein Flaggschiff der Hochschulmedizin“

Stephan Weil brachte es auf den Punkt: „Die Medizinische Hochschule Hannover ist ein Flaggschiff der Hochschulmedizin.“ Der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen lobte in seinem Grußwort anlässlich des 50-jährigen Bestehens die MHH als herausragende Klink der Supramaximalversorgung sowie als besonders forschungsstarke Hochschule. „Die MHH ist zudem der größte Landesbetrieb und stellt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für das Land Niedersachsen dar“, sagte der Ministerpräsident am Sonntag, 17. Mai 2015, vor den mehr als 400 geladenen Gästen während der Akademischen Feierstunde. Genau 50 Jahre zuvor – am 17. Mai 1965 – war die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) in den Räumen der Tierärztlichen Hochschule Hannover gegründet worden.

Aufbruch zu neuen Ufern

Edelgard Bulmahn, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, hob in ihrem Festvortrag hervor, dass die MHH von Beginn an als Reformprojekt konzipiert war, „das vor 50 Jahren für die traditionelle Universitätsmedizin einen Aufbruch zu neuen Ufern“ weisen sollte. Ihr Fazit: „Seit ihrer Gründung hat sich die MHH zu einer hochanerkannten Ausbildungsinstitution, zu einem Eckpfeiler in der medizinischen Versorgung und in der Forschung zu einer exzellenten medizinischen Hochschule entwickelt. Sie bildet qualifizierte Ärzte und weltweit gefragten wissenschaftlichen Nachwuchs aus. Und nicht zuletzt vertrauen viele Menschen, nicht nur aus Niedersachsen, sondern auch aus vielen anderen Ländern, der MHH das Kostbarste an, was sie besitzen: ihre Gesundheit.“ Edelgard Bulmahn lobte das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „Die Angehörigen der MHH können stolz auf das sein, was sie in den vergangenen 50 Jahren geleistet haben. Heute gehört die Hochschule zu den drei erfolgreichsten medizinischen Universitäten Deutschlands.“

Ein Glücksfall für Hannover

„Die Gründung der MHH war ein absoluter Glücksfall für Hannover“, sagte der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, Stefan Schostok, in seinem Grußwort. 60.000 stationäre Patienten pro Jahr, 3.300 Studierende, 600 Ausbildungsplätze, 1.400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: „Bei einem Blick auf Zahlen und Fakten liegt das Bild nahe, dass die MHH wie ein kräftiges Herz Leben, Energie und Innovation in Stadt und Region pumpt.“ Und der Oberbürgermeister ist sich sicher: „Die Medizinische Hochschule wird auch in den nächsten 50 Jahren ein wichtiger Pfeiler bei der Entwicklung der Hochschul- und Wissenschaftsstadt Hannover sein.“
Modern, kritikfähig und innovationsfreudig

MHH-Präsident Professor Dr. Christopher Baum erinnerte an die Ideen, die zur Gründung Deutschlands erster eigenständiger medizinscher Universität führten: „Hannover bot sich an für ein Modellprojekt, das der noch junge Wissenschaftsrat des Bundes und der Länder forderte: praxisnahe und wissenschaftsbasierte Ausbildung zur Ärztin, zum Mediziner, möglichst im Kontext einer freien, autonomen Hochschule, die ihre Geschicke selber lenkt und stets offen ist für Innovation in Forschung, Lehre und Krankenversorgung.“ Heute, 50 Jahre später, sieht Professor Baum die MHH auf einem hervorragenden Weg: „Wir suchen die optimale Verbindung von Grundlagen und angewandten Wissenschaften. Wir nehmen den Auftrag ernst, die Ärztinnen und Ärzte, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von morgen aus- und weiterzubilden“, sagte er. „50 Jahre MHH sind die Manifestation eines dauerhaften, erfolgreichen Willens der Gestaltung in Kombination mit weitsichtigen, vielfach beachteten, beispielhaften Vorstellungen zur Schaffung eines optimalen Umfelds für eine moderne, kritikfähige, innovationsfreudige und weiterhin wachstumsorientierte Hochschulmedizin zum Wohle der Gesellschaft.“

In einer kleinen Talkrunde, moderiert von Ulrike Heckmann (NDR Info), stellten Professorinnen und Professoren die MHH als „schnellen Weg zu Innovationen“ vor, gemeinsam mit Studierenden und einem Teilnehmer des Freiwilligen Wissenschaftlichen Jahres als Bildungsstätte, Klinik und Forschungsstätte, die „den ganzen Menschen im Blick“ hat. Mit Witz, Verve und einer großen Portion Selbstironie trug Studentin Charlotte Baumgärtel ein am Klavier begleitetes Gedicht vor. Die Verse hatten alle im Senat der Hochschule vertretenen Statusgruppen gemeinsam entworfen. Zudem begleiteten sie den Vortrag pantomimisch.

Für die festliche Umrahmung der Akademischen Feierstunden sorgten Chor und Orchester der MHH. Zu Beginn sang der Chor unter Leitung von Eva Filler „Cantique des Jean Racine von Gabriel Fauré und „Va, pensiero“, den Gefangenenchor aus Nabucco von Guiseppe Verdi. Zum Abschluss spielte das Orchester unter Leitung von Volker Worlitzsch, der zum Ehrenbürger der MHH ernannt wurde, den vierten Satz aus der Symphonie Nr. 5 c-Moll op. 67 von Ludwig van Beethoven. Den Empfang im Anschluss an die Feierstunde nutzten die Gäste, um sich über ihre Erfahrungen aus 50 Jahren MHH auszutauschen.

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