Die kleinsten Patienten stehen im Mittelpunkt

Die Experten beschäftigen sich mit den neuesten Erkenntnissen zur Behandlung Neugeborener und speziell von so genannten Frühchen, also Kindern, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen.
Kinderärzte und Geburtshelfer diskutieren neben den neuesten medizinischen Fortschritten aber auch ethische Fragen bei schwierigen klinischen Entscheidungen. Darüber hinaus reflektieren die Neonatologen ihr tägliches Handeln in der Geburtsklinik: Unter dem Themenschwerpunkt „Das gesunde Neugeborene“ werden sie sich mit der Frage beschäftigen, wie viel „Medizin“ gesunde Neugeborene benötigen.

Neu ist die Erkenntnis, dass Neonatologen und Geburtsmediziner bereits in der Zeit vor der Geburt die Weichen für ein hoffentlich langes und gesundes Leben der kleinsten Patienten stellen. „Dies bedeutet aber eine erhebliche Verantwortung und erfordert viel Erfahrung, wenn es beispielsweise um Entscheidungen bei einer vorgeburtlichen Störung geht“, sagt der Leiter des Funktionsbereichs Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin des Universitätsklinikums Freiburg und diesjähriger Tagungspräsident, Prof. Dr. Roland Hentschel. „Ab wann müssen wir beispielsweise eine vorzeitige Entbindung anstreben, wenn der Fötus bei einer schweren Erkrankung der Mutter oder einer Plazentastörung nicht mehr weiter wächst? Wann ist die Prognose für ein gesundes Überleben außerhalb des Mutterleibs – trotz Frühgeburt – besser als eine Verlängerung der Schwangerschaft?“ Mit diesen Überlegungen werden sich die Experten in den Tagungsschwerpunkten „Perinatologie“ und „Ernährung – Wachstum – Gedeihen“ beschäftigen.

In einem weiteren Themenkomplex wird das Thema „Neugeborenen-Infektion“ mit dem Schwerpunkt „Krankenhausinfektionen“ sowohl aus der Sicht der Krankenhaushygiene als auch der Neugeborenen-Infektiologie behandelt. Auch der pädiatrischen Intensivmedizin wird ein wichtiger Platz im Programm eingeräumt.

Über 90 Prozent der Kinder, die nach der 27. Schwangerschaftswoche geboren werden, überleben dank der intensivmedizinischen Behandlung am Universitätsklinikum Freiburg. „Diese guten Ergebnisse können wir dank der sehr guten technischen Ausstattung der Abteilung, aber auch der sehr guten Kooperation mit anderen Abteilungen wie der Kinderkardiologie oder der Kinderchirurgie, sowie nicht zuletzt dank der hervorragenden Kommunikation mit den Geburtshelfern erzielen“, so Professor Hentschel. Auf der Jahrestagung kommen auch diese Disziplinen zu Wort.

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum ein Kind zu früh auf die Welt kommt. Zu den drei häufigsten Ursachen zählen die Infektion des Muttermundes, verfrühte Wehen und eine Fehlfunktion der Plazenta. Die beiden gefährlichsten Komplikationen, die viele Frühchen überstehen müssen, sind Gehirnblutungen und eine Schädigung der Lunge, die auf Grund der frühen Geburt noch nicht vollständig ausgebildet ist. Viele Frühchen müssen daher künstlich beatmet werden, was bei sehr niedrigen Geburtsgewichten von zum Teil unter 400 Gramm manchmal technisch schwierig ist.

Journalisten sind zu der Tagung herzlich eingeladen.

Kontakt:
Prof. Dr. Roland Hentschel
Leiter des Funktionsbereichs Neonatologie/Intensivmedizin
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-43190
roland.hentschel@uniklinik-freiburg.de

Scroll to Top