Die Gartenlauben von Herrnhut

(djd). Für seine Sterne und die freikirchliche „Brüdergemeine“ ist Herrnhut überregional bekannt. Dass auch 30 originelle Gartenlauben in dem Oberlausitzer Städtchen stehen, gilt hingegen als Geheimtipp. Die meisten Lauben entstanden bis 1840. Sogar ein eigener Baustil setzte sich damals durch: der „Herrnhuter Barock“ mit einer vergleichsweise schlichten, handwerklich sehr sorgfältigen und harmonischen Gestaltung. Doch auch klassizistische, neogotische und fernöstliche Elemente hielten Einzug in dem Städtchen. Das hat seinen Grund: Viele Herrnhuter waren als Missionare in fernen Ländern unterwegs und brachten spannende Ideen mit nach Hause. Heute befinden sich die Gartenlauben überwiegend in Privatbesitz. Auf einem Rundgang kann man sie über Gartenzäune hinweg betrachten. Manchen Exemplaren aber darf man noch näher kommen. Dazu gehören eine chinesisch anmutende Gartenlaube mit Pagodendach im Garten des Heimatmuseums und drei achteckige, barocke Häuschen in den Dürninger Gärten. Eines davon, ein Teehaus, ist mit Holzschindeln gedeckt.

Die Lauben auf einer speziellen Route besichtigen

Ob „Pfeifenkrautlaube“, „Bummerlaube“, „Morgen“ oder „Abend“: Fast jedes der Bauwerke erhielt einen Namen. Genutzt wurden sie damals gutbürgerlich zum gemeinsamen Kaffeetrinken oder Musizieren. Gäste der Pension „Alt-Herrnhuter Haus“ können bis heute im rund 150 Jahre alten Gartenhaus die Sonne genießen. Die ideale Laubenbesichtigungsroute gibt es bei der Herrnhuter Tourist-Information. Kulturamtsleiter Konrad Fischer und seine Mitarbeiter geben gern auch persönliche Tipps. Ergänzend oder alternativ lohnt es sich, das Buch „Gartenhäuser in Herrnhut“ von Enno Kayser zu lesen. Es enthält einen ausklappbaren Wegweiser zu den einzelnen Gebäuden, detailreiche Beschreibungen der Lauben und Wissenswertes über die Geschichte der Stadt. Eine andere kulturgeschichtliche Besonderheit in Herrnhut ist der „Gottesacker“, also der Friedhof. Seitdem er anno 1730 angelegt wurde, ist dort jedes Grab erhalten geblieben. Inzwischen zählt man mehr als 6.000 Gräber auf 2,5 Hektar Fläche. Die Grabsteine liegen flach auf dem Boden und unterscheiden sich kaum voneinander. Dies soll die Gleichheit der Menschen symbolisieren.

Wo die Herrnhuter Sterne entstehen

Der Ort Herrnhut wurde im Jahr 1722 von protestantischen Glaubensflüchtlingen aus Mähren gegründet. Seit 160 Jahren werden dort die berühmten Herrnhuter Weihnachtssterne hergestellt. Unter http://www.zittauer-gebirge.com oder unter Telefon 03583-752139 gibt es alle Informationen über Herrnhut und die Ferienregion Naturpark Zittauer Gebirge.

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