Die ersten Examensbabys der hsg kamen zur Welt

„Die Studierenden sowie die Prüferinnen, also die Hebammen aus den Kooperationseinrichtungen und die hsg-Wissenschaftlerinnen, haben mit großer Spannung die erste praktische Prüfungswoche erwartet. Denn jede der 28 Studentinnen im siebten Semester muss ihr Können bei einer Examensgeburt unter Beweis stellen. Dies verlangt die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufszulassung. Jederzeit kann das Telefon klingeln und eine Prüferin macht sich auf den Weg zur Studentin und der werdenden Mutter“, beschrieb Studienbereichsleiterin Prof. Dr. Nicola Bauer die aktuelle Situation in der Hebammenkunde der hsg.

Da sich die Geburten schlecht planen lassen, stehen in der Hochschule Taschen für alle hsg-Prüferinnen bereit, in denen sich Unterlagen, die Wegbeschreibung zu einer der 18 Kooperationskliniken, ein hsg-Willkommensgeschenk für das Neugeborene und eine kleine Notration zum leiblichen Wohl befinden.

Die Studentinnen im siebten Semester werden die ersten Hebammen sein, die sich primär an einer staatlichen Hochschule in Deutschland qualifiziert haben. Auch für die Hochschule sind es die ersten Examensgeburten, die gemeinsam mit den Praxisanleiterinnen in Kooperationseinrichtungen durchgeführt werden.

Am 4. November 2013 ging es los. Amani Bonny hat ihr viertes Baby mit Hilfe der Hebammenstudentin Birte Meissner in den Städtischen Kliniken in Bielefeld zur Welt gebracht. „Es waren weder Schmerzmittel notwendig noch gab es eine Geburtsverletzung. Der kleine Hannes wog 2565 Gramm und wurde sogleich von seinem Vater, seiner Großmutter und weiteren Verwandten im Kreißsaal begrüßt. Lange ist die Familie allerdings nicht in der Klinik geblieben, denn Frau Bonny wollte so bald wie möglich wieder nach Hause zu ihren anderen drei Kindern“, erzählte Elke Mattern, die als Hebamme und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studienbereich Hebammenkunde zusammen mit Nadine Brüsehaver das zweiköpfige Prüfungsteam dieser Geburt gebildet hat. Für die Hebamme und Praxisanleiterin Nadine Brüsehaver war dies die erste Examensgeburt. Zuvor hatte sie einen Praxisanleiterkurs an der hsg besucht. Mattern: “Frau Brüsehaver hat unsere Studentin schon viele Monate begleitet und es war ihr anzumerken, dass sie volles Vertrauen in ihre zukünftige Kollegin hatte.“

Nach der ersten Woche zog Studienbereichsleiterin und hsg-Prodekanin Prof. Bauer eine positive Bilanz: „Am Ende der ersten Prüfungswoche sind fünf ‚Examensbabys‘ auf die Welt gekommen. Nicht nur die Eltern sind stolz und glücklich, sondern auch die beteiligten Studentinnen, Praxisanleiterinnen und der gesamte Studienbereich der Hebammenkunde. Eine so gute Bilanz schon nach der ersten Woche haben wir uns kaum zu erhoffen gewagt.“

Geprüft wird nicht nur die Geburt. Auch das Aufnahmegespräch und die Beratung und Begleitung der Frauen mit ihren Neugeborenen nach der Geburt sind Gegenstand der praktischen Prüfung für Hebammen. Diese lassen sich besser planen. Bauer: „Die Praxisanleiterinnen in den Kliniken zeigten sich nicht nur bei den Geburten sehr flexibel, sondern planten bei diesen Prüfungen so gut mit, dass auch diese Prüfungsteile bisher prima gelaufen sind. Dafür sei ihnen herzlich gedankt. Wir erwarten bis Anfang Januar 2014 noch weitere 23 Examensbabys.“

Mit dem Bestehen der staatlichen Prüfungen ist für die Studierenden der Hebammenkunde das Studium noch nicht beendet. Mit einem weiteren Semester, das einer wissenschaftlichen Arbeit gewidmet ist, erlangen sie nach acht Semestern Studium ihren akademischen Abschluss ‚Bachelor of Science‘.

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