Die Digitalisierung des Lebensmitteleinkaufs

Die Digitalisierung ist ein unvermeidliches Merkmal einer sich schnell entwickelnden globalisierten Welt. Sie beeinflusst alle Bereiche unseres Lebens – auch den alltäglichen Einkauf. Mit der Digitalisierung des Lebensmitteleinkaufs beschäftigt sich Dr. Svetlana Fedoseeva am Institut für Agrarpolitik und Marktforschung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Für ihr Forschungsprojekt „Was wir (noch nicht) über Online-Preisgestaltung wissen: Evidenz aus E-Commerce im Lebensmittelsektor“ erhält sie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für drei Jahre rund 300.000 Euro. Zudem wird Dr. Fedoseeva für ihre Dissertation mit dem Wolfgang-Ritter-Preis 2018 ausgezeichnet. Den mit 12.00 Euro dotierten Preis vergibt die Wolfgang-Ritter-Stiftung, Bremen.

„Die Digitalisierung hat in Deutschland bereits zu großen Veränderungen in der traditionellen Einzelhandelsbranche geführt“, so JLU-Präsident Pror. Dr. Joybrato Mukherjee. „Ich gratuliere Frau Dr. Fedoseeva herzlich zu ihren Erfolgen in dem wichtigen Forschungsgebiet E-Commerce, das uns alle im Alltag betrifft.“

Etwa 20 Prozent aller elektronischen, Medien- und Freizeitartikel werden online gekauft. Schätzungen zufolge wird der Anteil des E-Commerce am Lebensmitteleinzelhandel bis zum Jahr 2020 auf bis zu 30 Prozent der gesamten Einzelhandelsumsätze steigen. Kundinnen und Kunden über verschiedene digitale Kanäle zu erreichen, wurde für konkurrierende Einzelhändler zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor.

Im Internet sehen sich diese Einzelhändler jedoch einer starken Konkurrenz von großen internationalen Spielern gegenüber, die bereits das Vertrauen und die Loyalität der Verbraucherinnen und Verbraucher im Non-Food-Bereich gewonnen haben. „Dieser Wettbewerb führt zu einer Wandlung des traditionellen Einzelhandels und schafft eine neue dynamische Beziehung zwischen Online- und Offline-Einzelhändlern, insbesondere in Bezug auf ihre Preisstrategien“, so Dr. Fedoseeva. „Trotz einer zunehmenden Rolle des E-Commerce im Agrar- und Ernährungssektor ist nur wenig über die Online-Preisfindung bekannt.“ Dr. Fedoseeva wird nun die Preisgestaltung im deutschen Online-Lebensmittelgeschäft analysieren. Im Fokus stehen dabei Preisniveau und Preisdispersion, Preissstarrheit sowie Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit, die Größe und die Häufigkeit der Preisanpassungen beeinflussen, die Weitergabe von Wechselkursänderungen bei der Online-Preissetzung sowie die räumliche Preisgestaltung.

Mit Wechselkursänderungen und deren Einfluss auf den Handel hat sich Fedoseeva bereits in ihrer Dissertation („Eight and ½ Essays on Exports and Their Pricing: An (Un)Conventional Empirical Assessment of the Role of Exchange Rates in Shaping European Agri-Food Trade“) befasst, die von der Wolfgang-Ritter-Stiftung mit dem hochdotierten Wolfgang-Ritter-Preis ausgezeichnet wurde. In ihrer Arbeit konnte sie zeigen, dass die Auswirkungen des Wechselkurses auf Handelsvolumen, -mengen und -preise – entgegen weitverbreiteter Annahmen – alles andere als lediglich linear und symmetrisch sind. „Die Wechselkursänderungen mit verschiedenen Vorzeichen und Ausmaßen beeinflussen Exporte in unterschiedlicher Weise“, erklärt Dr. Fedoseeva. „Darüber hinaus ist diese Asymmetrie ein eher langfristiges Phänomen, das in dieser Form in früheren Studien nicht erfasst werden konnte.“ Der Wolfgang-Ritter-Preis wurde am 3. Mai 2018 im Bremer Rathaus übergeben.

Kontakt

Dr. Svetlana Fedoseeva
Institut für Agrarpolitik und Marktforschung
Senckenbergstraße 3,35390 Gießen
Telefon: 0641 99-37035
E-Mail: svetlana.fedoseeva@zeu.uni-giessen.de

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