Die DGFG wächst

Die gemeinnützige Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) wächst weiter. Am Dienstag erklärte die Universitätsmedizin Rostock ihre Beteiligung am größten Netzwerk der Gewebemedizin in Deutschland. Weitere Gesellschafter sind seit 2007 die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), das Universitätsklinikum Leipzig und das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. Die DGFG koordiniert seit 2007 in einem bundesweiten Netzwerk aus Kliniken und Gewebebanken die Spende von Augenhornhäuten, Herzklappen und Blutgefäßen. Ziel ist es, Patienten zeitnah und sicher mit Gewebetransplantaten zu versorgen.

„Es ist uns ein großes Anliegen, mit diesem Schritt die Gewebespende in Deutschland weiter zu entwickeln“, sagt Harald Jeguschke, Kaufmännischer Vorstand der Universitätsmedizin Rostock. Die Deutsche Gesellschaft für Gewebemedizin koordiniere schon seit vielen Jahren die Gewebespende in seinem Haus. Umso mehr freue er sich, künftig den Ausbau der gemeinnützigen Gewebespende in Deutschland gemeinsam mit den etablierten Partnern begleiten zu können und Aktivitäten zu bündeln.
Die Gewebemedizin hat in den vergangenen Jahrzenten eine immer größere Bedeutung in der Behandlung von Patienten bekommen. Es werden deutlich mehr Gewebe als Organe transplantiert. Die Transplantation von Augenhornhäuten ist eine der häufigsten Verpflanzungen eines Gewebes beim Menschen. Etwa 6.000 Patienten erhalten pro Jahr allein in Deutschland eine neue Augenhornhaut. Der Bedarf liegt bei etwa 8.000 Transplantaten. Hunderte Patienten profitieren von der Transplantation einer Herzklappe oder eines Blutgefäßes.

„Wir freuen uns, das erste Mal seit Gründung der DGFG im Jahr 2007, einen weiteren Partner im Kreise der Gesellschafter begrüßen zu dürfen“, sagt Andrea Aulkemeyer, Vizepräsidentin der MHH und Sprecherin der Gesellschafter. Die norddeutschen Bundesländer gehören neben Sachsen und Sachsen-Anhalt zu den wichtigsten Spenderegionen der DGFG. „Fast drei Viertel der Gewebespender im Netzwerk kommen gegenwärtig aus diesen Regionen“, sagt Martin Börgel, Geschäftsführer der DGFG. Auch künftig seien neue Gesellschafter und Kooperationspartner im Sinne eines offenen Netzwerks erwünscht. „Durch die konstruktive Zusammenarbeit mit regionalen Partnern eröffnen wir der Gewebespende neue Perspektiven“, sagt Börgel. Der Beitritt der Universitätsmedizin Rostock stehe für die Offenheit der DGFG und setze ein deutliches Signal über die Region hinaus.

Mehr als 60 Krankenhäuser und Universitätsklinika in ganz Deutschland unterstützen die Gewebespende im Netzwerk der DGFG durch die Meldung potenzieller Gewebespender. Augenhornhäute, Herzklappen und Blutgefäße werden im Gegensatz zu Organen nicht sofort transplantiert, sondern zuvor in Gewebebanken aufbereitet. 26 Koordinatoren der DGFG betreuen die Gewebespende in den Kliniken vor Ort, führen Gespräche mit Angehörigen und organisieren die Entnahme und den Transport der Gewebe in die Gewebebank. Insgesamt 1.846 Menschen haben im Jahr 2014 im Netzwerk der DGFG Gewebe gespendet. Das sind 70 Spender mehr als 2013.

Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland unterstützt. Die DGFG etablierte ein Netzwerk zahlreicher deutscher Kliniken, Gewebebanken und transplantierender Einrichtungen, die ausschließlich im Bereich der nicht-kommerziellen Gewebespende tätig sind. Es ist das größte deutsche Netzwerk seiner Art auf dem Gebiet der Gewebemedizin. Gesellschafter sind die Medizinische Hochschule Hannover, das Universitätsklinikum Leipzig, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und die Universitätsmedizin Rostock.

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