Die Babyboomer kommen in die Jahre − steigende Patientenzahlen intelligent bewältigen

Zwei Szenarien möchte die DGOU verhindern: Lange Wartezeiten auf Behandlungs- und OP-Termine und später einen Ärzteüberschuss, wenn die geburtenschwachen Jahrgänge die geburtenstarken Jahrgänge 1955 bis 1969, also die Babyboomer, ablösen.

„Die Orthopädie und Unfallchirurgie wird eines der wenigen Fächer sein, das durch die alternde Bevölkerung erheblich mehr Versorgungslast zu tragen hat − allerdings nur für begrenzte Zeit. Denn schon ab 2040 wird sich der Bevölkerungsrückgang auch auf unser Fach auswirken. Daher beraten wir, ob unbedingt mehr Ärzte in unserem Fach ausgebildet werden müssen oder ob es andere Möglichkeiten gibt, der vorübergehenden Zunahme von Patienten gerecht zu werden“, sagt DGOU-Generalsekretär Professor Reinhard Hoffmann.

Heute sind rund 20 Prozent der Deutschen älter als 65 Jahre. Im Jahr 2060 − also in knapp zwei Generationen − werden es über 30 Prozent sein. Bei den über 80-Jährigen steigen die Zahlen noch stärker: von 5 Prozent 2013 auf 8 Prozent 2030 und 13 Prozent 2060.(2) Schon heute sind orthopädisch-unfallchirurgische Erkrankungen die häufigste Ursache für Schmerzen und Behinderungen.(3) Entsprechend der Bevölkerungs-Prognose rechnet die DGOU mit einem weiteren Anstieg von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems.

Das Thema „Bedarfsanalyse – Bedarfsplanung“ hatten Experten aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitssystems aus Deutschland und den Niederlanden im November 2015 auf der 7. DGOU-Zukunftswerkstatt in Berlin diskutiert. Die Orthopädie und Unfallchirurgie weist aufgrund ihrer Weiterbildungsstruktur Kompetenz sowohl in der konservativen als auch in der chirurgischen Versorgung auf. Konzepte, die bessere Absprachen zwischen niedergelassenen Ärzten und Klinikärzten ermöglichen, sind daher in diesem Fach besonders geeignet, die Herausforderungen der demografischen Veränderungen zu meistern.

Ein Abstract dieses Expertenaustauschs erscheint am 18.02.2016 in der Ausgabe 2016/1 des DGOU-Magazins „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“.(1) Außerdem befasst sich der Artikel „Orthopädisch-unfallchirurgische Versorgung bis 2050“ in der Februar-Ausgabe des Magazins „Der Orthopäde“ mit dem Thema.(4)

Referenzen:

(1) F. U. Niethard: „Bedarfsanalyse – Bedarfsplanung“, Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten, 2016/1 (erscheint am 18.02.2016)

(2) Statistisches Bundesamt: Bevölkerung Deutschlands bis 2060, 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, 2015 https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/VorausberechnungBevoelkerung/BevoelkerungDeutschland2060Presse5124204159004.pdf?__blob=publicationFile

(3) H. Merx, K. E. Dreinhöfer, K. P. Günther: socioeconomic relevance of osteoarthritis in Germany, 2007

(4) T. Petzold, E. Haase, F. U. Niethard, J. Schmitt (2016) „Orthopädisch-unfallchirurgische Versorgung bis 2050“, Orthopäde 45

Zusendung der Publikation auf Anfrage möglich (Erlaubnis des Verlages liegt vor)

Artikel online: http://link.springer.com/article/10.1007/s00132-015-3176-y

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