Die Aufgaben und Fachbereiche der Kieferorthopädie

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Die Kieferorthopädie befasst sich als ein Tätigkeitsschwerpunkt der Zahnmedizin mit der Prävention, Diagnose und Behandlung von Fehlstellungen des Kiefers und der Zähne. In Arztpraxen vor Ort werden regelmäßige Untersuchungen und Operationen bei Bedarf durch die Ärzte und deren Assistenzteams vorgenommen. Wer beispielsweise auf eine kieferorthopädische Behandlung in München angewiesen ist, findet über die Suchmaschine Google mehrere Adressen und Anlaufstellen. Eine flächendeckende Versorgung mit Ärzten ist wichtig, weil Zahnerkrankungen und Anomalien des Kiefers und der Zähne im Gegensatz zu anderen Erkrankungen im menschlichen Körper von der Geburt an bis ins hohe Alter hinein vorkommen können.

Aufgaben in den einzelnen Fachbereichen der Kieferorthopädie

Die Kieferorthopädie lässt sich in folgende vier Fachbereiche einteilen:

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  • Funktionskieferorthopädie (FKO)
  • Dentofaziale Orthopädie
  • Orthodontie
  • Chirurgische Kieferorthopädie

Die FKO macht sich die Beeinflussung funktioneller Abläufe im Kiefer zunutze, um die skelettalen Strukturen günstig zu beeinflussen. Hierzu werden Geräte eingesetzt, die darauf ausgerichtet sind, eine bestimmte Anomalie im Kiefer zu beheben. Da die einzelnen Anomalien variieren, gibt es kein klassisches FKO-Gerät. Stattdessen handelt es sich um individuelle Konstruktionen. Es wird in die bimaxillären Geräte, Doppelplattensysteme sowie Geräte nach dem Prinzip der Mundvorhofplatte unterteilt. Bimaxilläre Geräte zeichnen sich dadurch aus, dass sie den gesamten Ober- und Unterkiefer umfassen. Beispiele für Einsatzgebiete sind die Behandlung einer Unterkieferrücklage und die Behandlung einer Dysfunktion (z. B. Knirschen mit den Zähnen). Charakteristikum der Doppelplattensysteme ist die Beeinflussung der Zungen- und Mundbewegungen durch spezielle Vor- und Rückschubelemente, Beispiel für ein Einsatzgebiet ist erneut die Unterkieferrücklage. Zuletzt sind Geräte nach dem Prinzip der Mundhofvorplatte aufgrund der Trennung von Lippen- sowie Wangenmuskulatur von den Zähnen und der Kiefermuskulatur dazu gedacht, in jungem Alter schädigende Angewohnheiten, wie beispielsweise ein falsches Schluckmuster, zu beheben.

Die dentofaziale Orthopädie als weiterer Fachbereich der Kieferorthopädie setzt sich die Förderung des Unterkiefer- und Oberkieferwachstums zur Behebung von Anomalien zum Ziel. Größere Kräfte wirken hierzu auf den Unter- und Oberkiefer. Geräte, die die erforderliche Kraft von mehr als 500 cN (Zentinewton) erbringen, sind z. B. die Kopf-Kinn-Kappe und die Delaire-Maske. Der Druck der Geräte soll das Wachstum des gesamten Kiefers oder einzelner Bestandteile soweit verändern, dass die Anomalie behoben wird.

Bei der Orthodontie werden u. a. Zahnspangen eingesetzt, die das der breiten Masse der Bevölkerung bekannteste kieferorthopädische Gerät sind. Zahlen aus dem Jahr 2012 zufolge soll die Hälfte aller Jugendlichen eine Zahnspange getragen haben. Aktuelle Zahlen sind schwer zu finden, doch wird quellenübergreifend im Vergleich zu 2012 über einen Anstieg des Anteils der Zahnspangenträger unter den Jugendlichen diskutiert. Ebenso wie die Zahnspange sind auch die anderen Geräte der Orthodontie sowohl festsitzend als auch lose erhältlich. Festsitzende Geräte sind zwar im Schnitt am wenigsten beliebt unter den Patienten, bringen aber die größere Konsequenz und einen höchstwahrscheinlichen Erfolg in der Therapie mit sich, da sie durch den festen Sitz nicht beliebig von den Patienten entfernt werden können. Ziel der Orthodontie ist eine Therapie von Anomalien durch das Bewegen der Zähne.

Bei der chirurgischen Kieferorthopädie werden Anomalien durch operative Eingriffe behoben. Im Vorhinein erfolgt eine Vorbehandlung, die Fehler im Kiefer bestmöglich ausgleichen soll. Anschließend findet die Operation statt. Nach der Operation bildet eine chirurgische Feineinstellung das letzte Glied der Behandlung ab.

Weitere Bereiche der Zahnmedizin

Neben der Kieferorthopädie existieren weitere Fachbereiche der Zahnmedizin. Hierzu gehört die zahnmedizinische Prophylaxe, die sich mit der Behandlung und Prävention von Zahnerkrankungen sowie Erkrankungen des Zahnhalteapparats befasst. Ein bis zwei Mal jährlich zur Prophylaxe zu gehen, wird jedem Menschen – unabhängig vom Alter – angeraten. Dadurch lässt sich schwerwiegenden Zahnschäden vorbeugen, indem über Maßnahmen zur Zahngesundheit aufgeklärt wird.

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Weitere Fachbereiche der Zahnmedizin sind u. a. die Implantologie, Parodontologie, Endotontie, Laserzahnheilkunde und Traumatologie. Letztere umfasst die Behandlung von Verletzungen und Wunden.


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