Die Angst vor dem Zahnarzt und ihre Auswirkungen

Gesunde Zähne, Mundhygiene., Zahngesundheit, Zahn-Prophylaxe

Studien zufolge leiden 40 % aller Erwachsenen unter Zahnarztangst. Männer und Frauen sind dabei gleichermaßen betroffen. Der Anteil der Angstpatienten liegt bei unter 40-Jährigen höher als bei Menschen über 60 Jahren. Einige dieser Angstpatienten gelten als nicht behandelbar und das Gebiss kann nur unter Vollnarkose saniert werden. Die Folgen für die Gesundheit sind fatal: Mundgeruch, soziale Isolation, Zahnlücken, Entzündungen und heftige Schmerzen erschweren das Leben.

Ursachen und Symptome von Zahnarztangst

Viele Menschen werden von einem mulmigen Gefühl ergriffen, wenn ein Zahnarzttermin bevorsteht. Der unangenehme Geruch einer Zahnarztpraxis, das Hören von lauten Bohrgeräuschen aus den Behandlungszimmern und längere Wartezeiten im Vorraum sind für Angstpatienten schwer auszuhalten. Sie leiden unter Schweißausbrüchen, Kreislaufproblemen und starker Nervosität. Gestresst nehmen Betroffene auf dem Untersuchungsstuhl Platz und kämpfen gegen Panikattacken, sobald der Stuhl zurückfährt. Die meisten Patienten fühlen sich wie in einem Horrorfilm, stehen die Untersuchung jedoch durch. Andere wiederum vermeiden Kontrolltermine gänzlich und quälen sich erst bei offensichtlichen Beschwerden zum Zahnarzt. Phobiepatienten zögern den Besuch oft so lange hinaus, bis sich das Gebiss bereits in einem fatalen Zustand befindet. Die Ursache einer verstärkten Angst vorm Zahnarzt liegt dabei zumeist in der Kindheit und Jugend begründet. Negative Zahnarzterfahrungen oder Berichte aus dem sozialen Umfeld führen ebenso wie das Gefühl, nicht verstanden zu werden, dazu, dass Termine beim Dentisten so lang wie möglich aufgeschoben oder vermieden werden, wodurch sich die Angst immer weiter verstärkt.

Unbehandelte Zahnarztangst – Fatale Folgen für das Gebiss

Da Angstpatienten den Weg zum Zahnarzt zumeist erst dann antreten, wenn Beschwerden vorhanden sind, ist eine Zahnsanierung oft aufwendiger als bei Patienten, die regelmäßig zu Kontroll- und Prophylaxeuntersuchungen gehen. Viele Angstpatienten schämen sich für ihre Angst und den Zustand ihres Gebisses und schieben den Arztbesuch mit Schmerzmedikamenten so lange hinaus, bis sie nicht mehr wirken. In diesem Fall bestehen bereits oftmals Entzündungen, die mit Antibiotika behandelt werden müssen, bevor eine Sanierung möglich ist. Die meisten Patienten erscheinen jedoch zu keinem weiteren Termin mehr, sobald sie schmerzfrei sind. Bei Phobiepatienten hilft oft nur noch die Behandlung in Vollnarkose, um den Zahnbestand angst- und schmerzfrei zu erhalten bzw. wieder aufzubauen.

Behandlungsmöglichkeiten von Angstpatienten

Ohne entsprechende Behandlung verstärkt sich das Ohnmachtsgefühl der Betroffenen und die Zahnarztangst wird weiter geschürt. Daher ist eine fachmännische Unterstützung in spezialisierten Angstpraxen bei Zahnarztangst und Dentalphobie unerlässlich. In einer Angstpraxis besitzen behandelnder Arzt und medizinisches Personal in der Regel eine therapeutische Zusatzausbildung und stehen dem Patienten im Rahmen eines individuell zusammengestellten Anti-Angst-Trainings fachmännisch und unterstützend zur Seite. In erster Linie ist es wichtig, dass der Zahnarzt den Patienten versteht und ihn mit seinen Sorgen und Nöten nicht allein lässt. In einem ausführlichen Erstgespräch werden die Ängste des Patienten in Bezug auf die bevorstehende Behandlung ausführlich erläutert. So kann vorab geklärt werden, welche Situationen als besonders angstauslösend empfunden werden. Verschiedene Entspannungsübungen wie Autogenes Training, die Progressive Muskelentspannung und Hypnose helfen dem Patienten, das Anspannungs- und Stresslevel vor und während der Behandlung zu reduzieren. Kopfhörer mindern etwaige Bohrgeräusche und auch die Ablenkung über entspannende Musik ist während der Zahnarztsitzung möglich. Beruhigungsmittel wirken entspannend und angstlindernd, bei nachgewiesener Phobie arbeiten Zahnärzte mit Anästhesisten zusammen und führen eine Komplettsanierung unter Vollnarkose durch. Da die Zahnarztangst von den Krankenkassen anerkannt ist, können Angstpatienten zudem eine intensive Verhaltenstherapie bei einem Psychologen wahrnehmen. Dort lernen sie, sich ihren Ängsten zu stellen und Behandlungen erfolgreich durchzustehen. Zahnärzte arbeiten oft auch mit Psychologen zusammen, die den Patienten in der angstauslösenden Situation begleiten und gezielt unterstützen.

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