Empfehlungen für Diabetiker mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung

Diabetiker haben ein bis zu fünffach höheres Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung als Nichtdiabetiker. Dieses Risiko senkt die Lebenserwartung um sieben bis zehn Jahre und erhöht die Wahrscheinlichkeit, an einem Herzinfarkt zu sterben. Angesichts dieser besorgniserregenden Statistiken möchte die European Society of Cardiology (ESC) zum Weltdiabetestag 2010 ganz besonders auf die simplen Maßnahmen hinweisen, mit denen Diabetespatienten das Fortschreiten einer Herz-Kreislauf-Erkrankung verlangsamen und gleichzeitig ihre Lebensqualität erheblich steigern können.

Erhöhte Lipidwerte, Gefäßwandentzündungen und hoher Blutdruck als zusätzliche Risiken für Diabetiker
Die Dringlichkeit dieses Problems wird deutlich, wenn man bedenkt, dass für das Jahr 2050 weltweit 330 Millionen Diabeteserkrankungen prognostiziert werden – eine Ziffer, die ganzen 3 Prozent der voraussichtlichen Weltbevölkerung zu diesem Zeitpunkt entspricht. Zu den Faktoren, die das Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Diabetikern begünstigen, zählen erhöhte Lipidwerte, Gefäßwandentzündungen, hoher Blutdruck und eine übermäßige Produktion des “schlechten“ Cholesterins in der Leber. Dazu kommt, dass sich das Rauchen ganz besonders negativ auf Diabetiker auswirkt und unweigerlich zu einem dramatischen Anstieg der Sterblichkeitsrate führt. Trotz allem können die meisten Diabetiker die Symptome einer Herz-Kreislauf-Erkrankung deutlich mindern, indem sie gezielt auf ihre Ernährungs- und Lebensgewohnheiten achten.

Diabetes Typ 2 entwickelt sich zu einer Epidemie
Professor Joep Perk, Forscher am medizinischen Fachbereich der Linné-Universität in Schweden und Vorstandsmitglied der European Association of Cardiovascular Prevention and Rehabilitation (EACPR), verdeutlicht im Namen der ESC: “Die steigende Zahl übergewichtiger Menschen führt dazu, dass sich Diabetes Typ 2 zu einer Epidemie ausweitet. Die dadurch entstehenden Behandlungskosten verursachen erhebliche Probleme für Krankenkassen und Gesundheitseinrichtungen. Auch Kardiologen sehen großen Anlass zur Sorge und halten die Prävention dieser Krankheit für eine der wichtigsten medizinischen Herausforderungen. Momentan werden 60 Prozent der Herz-Kreislauf-Patienten als prädiabetisch oder diabetisch eingestuft. Dieser Prozentsatz kennzeichnet einen signifikanten Anstieg innerhalb der letzten 20 Jahre“

Vier Empfehlungen für Diabetiker
Diabetikern, die an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden, wird dringend empfohlen, die ESC-Patientenempfehlungen einzuhalten. Diese können wie folgt zusammengefasst werden:
– Achten Sie auf eine gesunde Ernährung
– Treiben Sie mehr Sport
– Geben Sie das Rauchen auf
– Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein

“Das Einhalten dieser einleuchtenden Ratschläge wirkt sich ausgesprochen positiv auf den Verlauf einer Herz-Kreislauf-Erkrankung aus. Es liegt nahe, dass auch Nichtdiabetiker von diesen Ratschlägen profitieren, doch für Diabetiker handelt es sich schlicht um eine Entscheidung zwischen Leben und Tod“, betont Professor Perk. “Die Komplikationen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung führen in Verbindung mit den bereits vorhandenen körperlichen Auswirkungen eines Diabetes zu einer Situation, die unter allen Umständen vermieden werden sollte. Aus diesem Grund betonen wir immer wieder, dass nur eine Änderung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten dem Fortschreiten einer Herz-Kreislauf-Erkrankung entgegenwirken kann.”

Verbesserung der Gesundheit der Allgemeinbevölkerung durch Prävention
Es gibt ermutigende Hinweise darauf, dass das weit gefasste Thema Prävention im Gesundheitswesen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die bahnbrechende Arbeit der Chronic Disease Alliance wurde dieses Jahr mit dem begehrten European Health Award ausgezeichnet. Die Allianz wurde von der European Society of Cardiology und neun weiteren gemeinnützigen Gesundheitsorganisationen gegründet, zu denen auch die International Diabetes Federation zählt. Aufgabe der Allianz ist es, die EU und andere Institutionen wissenschaftlich zu beraten und somit die Einrichtung von Richtlinien zu unterstützen, die langfristig zur Verbesserung der Gesundheit der Allgemeinbevölkerung beitragen. Ein Beispiel dafür wäre die Einschränkung des Kochsalzgehalts von Fertiggerichten. Die Richtlinien zielen darauf ab, gesündere Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zu fördern und damit einen wesentlichen Beitrag zur Prävention vieler chronischer Erkrankungen zu leisten – die richtige Botschaft also zum Weltdiabetestag.

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