Diabetes und Sehvermögen: Die Stoffwechselstörung ist besonders gefährlich auch für die Augen

Die Zuckerkrankheit, auch „Diabetes mellitus“ genannt, ist eine der am häufigsten auftretenden chronischen Erkrankungen, an der vor allem die Menschen in den Industrienationen leiden. Nach ungefähren Schätzungen sind acht von hundert Personen von dem Leiden betroffen. Die Stoffwechselstörung führt dazu, dass der menschliche Körper den Blutzuckerspiegel nicht richtig kontrollieren kann, was zu schlimmen Folgen an den verschiedensten Organen führen kann. Bei einem chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel werden vor allem die kleinen Blutgefäße geschädigt und die Durchblutung des gesamten Kreislaufsystems verschlechtert sich zusehends. Langfristig gesehen führt die Krankheit unter anderem, neben Nieren- und Nervenschädigungen, auch zu Beeinträchtigung der Augengefäße. Bei Menschen zwischen vierzig und achtzig Jahren sind Schäden an den Augen, basierend auf dieser Krankheit, die häufigste Ursache für Erblindung.

Auf welchen Zusammenhängen fußt die Erkrankung der Augen wegen Diabetes?

Die stetige Erhöhung des Blutzuckers schädigt die Gefäße der Netzhaut, auch „Retina“ genannt. Diese ist für die Sehfähigkeit besonders wichtig. Denn ihre Aufgabe ist es, die von der Augenlinse und der Hornhaut aufgenommenen Bilder der Außenwelt in Nervenimpulse umzusetzen. Diese Impulse leitet der Sehnerv dann zu den Sehzentren im Gehirn weiter. Der erhöhte Blutzuckerspiegel ruiniert die kleinen Blutgefäße, die verantwortlich für die Nährstoff- Versorgung der Netzhaut sind. Diese verliert so ihre Fähigkeit, die ankommenden Lichtreize in ausreichende Nervenimpulse umzuwandeln. Als Hauptfaktoren sowohl für die Entstehung als auch die Entwicklung einer Erkrankung der Augen bei Diabetes sind einerseits der erhöhte Blutzuckerspiegel, andererseits die Dauer der Erkrankung und ein damit einhergehender Bluthochdruck zu nennen.

 

Welche Beeinträchtigungen sind durch Diabetes möglich?

Beschwerden sind beispielsweise Minderungen der Sehkraft und/oder Schwierigkeiten beim Lesen oder Fernsehen. Aber auch ein vollständiger Sehverlust kann nicht ausgeschlossen werden. Dabei besteht die Möglichkeit, dass die Sehschärfe sowohl langsam als auch ganz plötzlich abnimmt. Bei der Netzhauterkrankung durch Diabetes werden drei Krankheitsformen unterschieden:

  • Die Netzhautveränderung ohne Neubildung der Gefäße
  • Netzhautveränderungen mit der Bildung neuer Gefäße
  • Eine Schwellung der Netzhautmitte mit einhergehender Sehverschlechterung
  • Weiterhin vermag die Zuckerkrankheit das generelle Sehvermögen durch Schwankungen des Blutzuckers kurzfristig erheblich zu beeinflussen.

 

Welche Vorsorgemaßnahmen sind zu ergreifen?

Vor allem jährliche, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt sind dringend geboten, um eine eventuelle Früherkennung von Symptomen schon zu Beginn zu ermöglichen. Da die Augen bei Diabetes häufig, jedenfalls am Anfang der Krankheit, weder schmerzen noch von dem Erkrankten in diesem Stadium eine Beeinträchtigung bemerkt wird, sollte der Diabetiker spätestens unmittelbar nach der Diagnose den Augenarzt aufsuchen. Bei vorhandener Netzhauterkrankung ist, je nach Stadium, die Konsultation zwei bis vier Mal im Jahr empfehlenswert. Die Früherkennung und die damit verbundene rechtzeitige Behandlung kann der vollständigen Erblindung vorbeugen- und das mit großen Erfolgsaussichten!

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