DHBW Stuttgart: Neuer Studiengang ermöglicht berufsbegleitendes Studium für Pflegekräfte

OPEN zielt darauf ab, einen innovativen und bedarfsgerechten Studiengang in der Pflege zu konzipieren und einzurichten, der sich explizit an bereits beruflich Qualifizierte richtet und den Weiterbildungsbedarfen der Krankenhäuser entspricht. Verschiedene baden-württembergische Einrichtungen beteiligen sich und entsenden die ersten Studierenden. Natürlich soll das Angebot jedoch auch weiteren Kliniken und Pflegeeinrichtungen offenstehen. Der erste Kurs von Studierenden soll im Herbst 2012 starten.

++ Kliniken im Land wirken an Studienkonzept mit ++
Ein besonderes Merkmal dieses Projektes ist es, dass neben der an der DHBW Stuttgart bereits vorhandenen Expertise im Bereich der Pflegewissenschaften vor allem auch das Wissen und die praktische Erfahrung verschiedener Dualer Partner – den ausbildenden Kliniken – in die Konzeption des Studiengangs einbezogen wird. „Die Mitwirkung der Dualen Partner ermöglicht den Transfer von Ergebnissen der Pflegeforschung in die Praxis und umgekehrt. Dies ist in Deutschland bislang nur in Ansätzen möglich. Die DHBW Stuttgart setzt damit ihre langjährige, ausgeprägte Kompetenz hinsichtlich des Theorie-Praxis-Transfers besonders zukunftsweisend ein“, so die Überzeugung von Prof. Dr. Joachim Weber, Rektor der DHBW Stuttgart.

++ Implementierung des Studienangebots wird wissenschaftlich begleitet ++
OPEN kennzeichnet sich außerdem durch die wissenschaftliche Begleitung während der gesamten Projektlaufzeit. Dabei wird ein auf die unterschiedlichen Qualitätsansprüche der verschiedenen Zielgruppen (z.B. Studierende, Praxispartner) bezogenes Evaluationskonzept entwickelt und durchgeführt. Außerdem werden Experteninterviews mit Praktikern durchgeführt. Mittels der so genannten Delphi-Methode wird die von Experten erwartete Entwicklung im Pflegebereich für die kommenden Jahre abgebildet und anschließend im Curriculum verankert. „Die zukünftige Pflegebildung benötigt gute und durchlässige Konzepte – nach ‚unten‘ und nach ‚oben‘ –, um den differenzierten Qualifikationsbedarfen bei der Patientenversorgung besser gerecht zu werden“, erklärt Prof. Dr. Anke Simon, Studiengangsleiterin an der DHBW Stuttgart und Projektleiterin von OPEN. Das Projekt wird außerdem von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet, dem Expertinnen und Experten aus Gremien, Verbänden und Kliniken angehören.

++ Beteiligte Kliniken begrüßen die Einführung des Studiengangs ++
Die Dualen Partner, die auch an der Konzeption des Studiengangs mitwirken werden, sind: Diakonie-Klinikum Schwäbisch-Hall, Kliniken des Landkreises Göppingen, Klinikum Ludwigsburg, Klinikum Stuttgart, Oberschwabenklinik, Robert-Bosch-Krankenhaus sowie Universitätsklinikum Ulm.

Diese begrüßen einhellig und mit Nachdruck die Einführung dieser bundesweit bisher einzigartigen Form des Studiengangs. „Mit diesem neuen Angebot gehören wir in Deutschland zu den Vorreitern, was das Wissensmanagement und den Wissenserwerb im Pflegebereich angeht“, stellt Rick Pieger, der stellvertretende Pflegedirektor des Universitätsklinikums Ulm, fest. Der Studiengang könne eine wesentliche Lücke schließen, die derzeit in der akademischen Pflegelandschaft noch besteht, so die Hoffnung von Margit Hudelmaier, die die Pflegedirektion der Kliniken des Landkreises Göppingen innehat.

Auch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) zeigt sich über das Projekt und dessen Förderung sehr erfreut. Denn, so Ministerialdirektorin Dr. Simone Schwanitz, es biete sich damit unter anderem die Chance, dass sich der Anteil von Frauen in mittleren und höheren Führungspositionen erhöhe und zugleich die Attraktivität des Pflegeberufs steige. So könne auch dazu beigetragen werden, dem sich immer weiter abzeichnenden Mangel an hochqualifizierten Fachkräften im Krankenpflegebereich entgegenzuwirken.

++ Projekt wird finanziert durch Bundesministerium für Bildung und Forschung und Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union ++
OPEN wird gefördert im Rahmen des Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“, der vom BMBF ausgeschrieben wurde, um den Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte zu verbessern und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Das Vorhaben der Fakultät Wirtschaft an der Dualen Hochschule Stuttgart wurde neben 25 anderen aus einem Pool von rund 170 Projektskizzen zur Förderung ausgewählt. Es ist dabei das einzige aus dem Bereich Gesundheit bzw. Pflege. Prof. Dr. Bernd Müllerschön, Dekan der Fakultät Wirtschaft und Prorektor der DHBW Stuttgart erklärt: „Wir freuen uns sehr, dass ein innovatives Projekt der Fakultät Wirtschaft an der Dualen Hochschule Stuttgart zur Förderung durch das Bundesbildungsministerium ausgewählt wurde. Das stimmt uns äußerst zuversichtlich, dass uns die nachhaltige Implementierung dieses innovativen Studienangebots gelingen wird.“

Die prämierten Hochschulen und Forschungseinrichtungen erhalten für ihre Projekte vom Bundesbildungsministerium eine komplette Finanzierung für die Dauer von maximal dreieinhalb Jahren. Der DHBW Stuttgart wurde für diesen Zeitraum eine Fördersumme von rund 1 Million Euro zugesprochen. Das Projekt wird außerdem durch den Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert.

Kontakt für Journalisten:
Andrea Pöss M.A.
Leiterin Hochschulkommunikation
DHBW Stuttgart
Jägerstr. 53
70174 Stuttgart
Telefon: 0711/1849-679
E-Mail: poess@dhbw-stuttgart.de

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Die Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart zählt mit über 7.000 Studierenden zu den größten Hochschulen in den Regionen Stuttgart und Oberer Neckar. In Kooperation mit über 2.500 ausgewählten Unternehmen und sozialen Einrichtungen bietet sie mehr als 20 doppelt akkreditierte Bachelorstudiengänge an. Seit dem Wintersemester 2011/12 wurde das Studienangebot der DHBW Stuttgart um berufsintegrierte Masterprogramme erweitert. Das Studienangebot wird in enger Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Wissenschaft kontinuierlich weiterentwickelt.

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