DGVS: Zertifizierung v. Krankenhäusern-Viszeralchirurgen fördern Transparenz in Patientenversorgung

Über Vorteile für Patienten und Gesundheitssystem sprechen Experten im Rahmen der gemeinsamen Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der DGAV: Die „Viszeralmedizin 2011“ findet vom 14. bis 17. September 2011 in Leipzig statt.

In der Viszeralchirurgie bestehen erhebliche Unterschiede in der Versorgung von Patienten. Insbesondere nach einer Operation führen die jeweiligen Strukturen und Prozesse der verschiedenen Krankenhäuser zu schwankender Qualität der Ergebnisse. Stattdessen sollten Patienten überall gleichwertig versorgt sein. „Unser Ziel ist es deshalb, für alle wichtigen Bereiche der Allgemein- und Viszeralchirurgie Zertifizierungskriterien zu definieren“, erläutert Professor Dr. med. Michael Betzler, Kongresspräsident der DGAV für die „Viszeralmedizin 2011“ aus Essen. Die chirurgische Arbeitsgemeinschaft Coloproktologie (CACP) der DGAV hat dafür Instrumente geschaffen: Diese Zertifizierungen sollen transparent machen, welche Leistungen die behandelnden Teams erbringen. „Nur so lässt sich die Qualität der jeweiligen medizinischen Abteilungen klar bemessen und verbessern, und auf diese Weise lassen sich viszeralmedizinische Patienten überall sicher versorgen“, ergänzt Professor Dr. med. Johannes O. Jost, Schriftführer und Schatzmeister der DGAV aus Bielefeld. Mehr als 230 chirurgische Abteilungen in Deutschland haben sich bereits nach diesem Zertifizierungssystem qualifiziert.

Seit August dieses Jahres ist das Zertifizierungssystem der DGAV national und international akzeptiert: Gemeinsam mit dem TÜV Rheinland hat die Gesellschaft die DIN ISO 17021 als Grundlage festgelegt, die an die europäische Norm für Managementsysteme gekoppelt ist. „Damit garantieren wir Abteilungen und Patienten, dass wir alle Zertifizierungen unparteilich, konsistent und kompetent durchführen“, versichert Professor Jost.

Chirurgische Abteilungen können sich für drei Kompetenzstufen bewerben, an denen die Qualität der Krankenhausabteilungen abgebildet ist: Kompetenzzentrum, Referenzzentrum und Exzellenzzentrum. Das Kompetenzzentrum bemisst sich vornehmlich an der Patientenversorgung. Referenzzentren sollten zudem aktiv in Fort- und Weiterbildung sein. Das Exzellenzzentrum wiederum zeichnet sich besonders durch seine wissenschaftlichen Aufgaben aus. Um eine Zertifizierung der DGAV zu erhalten, muss jede dieser Einrichtungen chirurgische Kernleistungen erbringen. Hauptkriterien sind hierbei Mindestzahlen jährlicher Eingriffe, Kooperationen mit anderen Abteilungen, Qualifikation des Personals sowie eine technische Mindestausstattung.

Noch sei die Entwicklung der Zertifizierungsordnung der DGAV nicht abgeschlossen, resümiert Professor Jost. Für alle Bereiche der Viszeralchirurgie gäbe es zwar schon erste Diagnosen und Qualitätsindikatoren. „Die Hauptarbeit der nächsten Jahre wird jedoch darin liegen, weitere Daten zu erfassen und bereits zertifizierte Abteilungen anzuhalten, den neuen Ansprüchen gerecht zu werden und sich nach drei Jahren zu rezertifizieren“, so der Experte. Auf der Fachtagung „Viszeralmedizin 2011“ in Leipzig tragen Mediziner bisherige Ergebnisse vor und diskutieren über derzeitige und künftige Instrumente des Zertifizierungssystems sowie Vorteile für Patienten und Gesundheitswesen.

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