DGRh-Kongress: Moderne Forschung revolutioniert Rheumatherapie

Rheumatoide Arthritis, Arthrose oder Gicht: Rheuma umfasst mehr als 100 verschiedene Erkrankungen des Bewegungsapparates. Erst in den vergangenen Jahren haben Forscher die verschiedenen Entstehungsmechanismen bis ins Detail entschlüsselt: von den genetischen Grundlagen über den Ablauf von Entzündungsreaktionen bis hin zur Gelenkzerstörung. Diese Erkenntnisse aus der Wissenschaft flossen rasch in neue Therapieansätze ein. So identifizierten Forscher zum Beispiel zentrale Punkte von Entzündungsreaktionen. Auf diesem Wissen aufbauend, konnten dann gezielt Substanzen entwickelt werden, die die Entzündung an diesen entscheidenden Stellen blockieren – zum Beispiel Antikörper gegen den Schlüsselbotenstoff Tumor-Nekrose-Faktor (TNF).

„Mit modernen Medikamenten können wir heute nicht nur jede Gelenkzerstörung vermeiden, sondern vielen Patienten auch dauerhaft Symptomfreiheit ermöglichen“, betont Professor Dr. med. Hendrik Schulze-Koops, DGRh-Kongresspräsident und Leiter der Rheumaeinheit am Klinikum der Universität München. Das Spektrum der Erkrankungen, das die Ärzte gut behandeln können, wachse ständig. Mittlerweile umfasse es auch immer mehr seltene Rheumaformen, so der Experte.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist allerdings eine frühe Diagnose durch einen Rheumatologen. Dieser kann nicht nur die genaue rheumatische Erkrankung feststellen, sondern auch umgehend die optimale Therapie einleiten. Um Früherkennung und Therapie zu verbessern, haben sich vielerorts niedergelassene Rheumatologen, rheumatologische Fachkliniken und universitäre Abteilungen für Rheumatologie zu Rheumazentren zusammengeschlossen. Zudem bieten viele Rheumakliniken und niedergelassene Fachärzte Sprechstunden zur Früharthritis an. Patienten erhalten hier binnen weniger Tage einen Termin.

„Durch diese Vernetzung und eine bessere Aufklärung der Bevölkerung gelingt es zunehmend, die mittlere Wartezeit vom Beginn der Symptome bis zum Besuch bei einem Rheumatologen von über einem Jahr auf idealerweise wenige Wochen zu senken“, sagt Schulze-Koops. „Je früher die Behandlung beginnt, desto eher können wir bleibende Schäden verhindern und den Patienten ein beschwerdefreies Leben ermöglichen.“

Moderne Rheumatherapien sind ein Thema der Vorab-Pressekonferenz anlässlich des 39. DGRh-Kongresses in München. Diese findet am 24. August 2011 von 11.00 bis 12.00 Uhr in München statt.

Terminhinweis:
Vorab-Pressekonferenz anlässlich des 39. DGRh-Kongresses
Termin: Mittwoch, 24. August 2011, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Hotel Le Meridien, Raum Vendome, Bayerstraße 41, 80335 München

Themen und Referenten:

Vom Labor ans Krankenbett: Wie verändern neue Erkenntnisse aus der Forschung die Patientenversorgung?
Professor Dr. med. Hendrik Schulze-Koops, Kongresspräsident Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), Leiter der Rheumaeinheit, Klinikum der Universität München

Junge Rheumapatienten optimal versorgen: Welche Neuerungen gibt es in der Kinderrheumatologie?
– Professor Dr. med. Johannes-Peter Haas, Kongresspräsident Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 1. Stellvertreter der GKJR, Chefarzt am Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie Garmisch-Partenkirchen
UND:
– Privatdozentin Dr. med. Annette Jansson, Kongresspräsidentin Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), Leiterin der Rheumatologie im Dr. von Haunerschen Kinderspital, Klinikum der Universität München

Von minimal-invasiven Eingriffen bis zum Gelenkersatz: Operative Strategien bei rheumatischen Erkrankungen
Dr. med. Stephan Schill, Kongresspräsident Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh), MVZ Gelenkzentrum Rosenheim GmbH, Rosenheim

Die Deutsche Rheuma-Liga: Millionen Betroffenen eine Stimme geben
Professor Dr. med. Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband e.V., Berlin

Kontakt für Journalisten:
Silke Stark/Corinna Spirgat
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
Kongress-Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-572 bzw. -293
stark@medizinkommunikation.org
spirgat@medizinkommunikation.org

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