DGPPN-Forschungsförderpreis – Imaging in Psychiatrie und Psychotherapie 2011 verliehen

Eine der diesjährigen Preisträger des DGPPN-Forschungspreises – Imaging in Psychiatrie und Psychotherapie ist Dr. Katharina Saß von der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Aachen. Die Psychologin des Internationalen Graduiertenkollegs „Brain-behavior relationship of emotion and social cognition in schizophrenia and autism“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft beschäftigt sich vor allem mit den neurobiologischen Grundlagen von Sprache und Wissensverarbeitung bei ver-schiedenen psychischen Erkrankungen. Bei nahezu allen psychischen Erkrankungen zeigen sich Störungen im emotionalen Erleben, in der Informationsverarbeitung und in der Sprache. Mit Hilfe moderner bildgebender Verfahren (fMRT) sollen daher neue experimentelle Methoden entwickelt werden, die es ermöglichen, die emotionalen und ge-schlechtsspezifischen Einflüsse auf Sprache und Semantik zu untersuchen. Bisher wurden das Zusammenspiel und die gegenseitige Einflussnahme dieser Faktoren aufgrund der fehlenden Methodik nur in Ansätzen auf neurobiologischer Ebene analysiert. Die 30-jährige Mitarbeiterin der Sektion Translationale Hirnforschung der Jülich Aachen Research Alliance (JARA-BRAIN) plant, das Preisgeld für einen Aufenthalt am Center for Cognitive Neuroscience an der University of Pennsylvania (USA) einzusetzen, um neue Methoden und Projekte zur Erforschung des Einflusses von Emotion und Geschlecht auf die Produktion und Verarbeitung von Sprache zu entwickeln und systematisch zu untersuchen.

Weiterer Preisträger des DGPPN-Forschungspreis – Imaging in Psychiatrie und Psychotherapie 2011 ist Dr. med. Martin Walter von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Gefördert wird seine Forschung zu neurobiologischen Ursachen und neuen Therapieansätzen bei Depression – insbesondere bei denjenigen Patienten, die nur schwer auf herkömmliche Therapien ansprechen. Anhand von Magnetresonanztomographie-Messungen und Magnetresonanzspektroskopischen Untersuchungen versucht Dr. Walter abnorme Grundzustände im Gehirn sowohl funktionell als auch metabolisch zu charakterisieren, welche dem pathologischen Ansprechen auf emotionale Reize bei Depressiven zugrunde liegen. Durch die Kombination der verschiedenen Bildgebungsverfahren sollen hierbei direkt zelluläre Mechanismen eingegrenzt werden, welche für die veränderten Aktivierungen verantwortlich sind und welche dann besser gezielten pharmakologischen Ansätzen zugänglich gemacht werden können. Der 33-Jährige plant das Preisgeld für einen Forschungsaufenthalt an der Stanford University, USA, einzusetzen.

Mit dem DGPPN-Forschungspreis – Imaging in Psychiatrie und Psychotherapie sollen junge Wissenschaftler aus allen Fachbereichen, die bereits erste Erfahrungen mit Bildgebungsme-thoden im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie gesammelt haben, durch einen mehrmonatigen Auslandsaufenthalt in einem Labor höchster Exzellenz gefördert werden. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird von der DGPPN in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit verliehen. Das Unternehmen AstraZeneca ist Stifter des Preises.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Dr. rer. soc. Frank Schneider
Past President der DGPPN
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
Universitätsklinikum Aachen
RWTH Aachen
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen
Telefon: 0241-8089633
Fax: 0241-8082401
E-Mail: fschneider@ukaachen.de

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