DGIM verleiht Querdenkerpreis an recare

Beim 124. Internistenkongress zeichnete Kongresspräsident Professor Dr. med. Cornel Sieber recare mit dem Querdenker-Preis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) aus. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

Die durchschnittliche Verweildauer in deutschen Krankenhäusern hat sich in den vergangenen 25 Jahren um die Hälfte reduziert. Die schnelleren Entlassungen haben Krankenhäuser und Angehörige zunehmend vor die Herausforderung gestellt, den Patienten zeitig in die ambulante Versorgung zu überführen. Gleichzeitig stehen Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen einem gestiegenen Zulauf von ambulanten Patienten gegenüber. „recare ist eine moderne und effiziente Antwort auf diese Herausforderungen, denen alle Beteiligten im heutigen Gesundheitssystem ausgesetzt sind“, erklärt Kongresspräsident Professor Dr. med. Cornel Sieber, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie am Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, Direktor Institut für Biomedizin des Alterns, Universität Erlangen-Nürnberg. „Mit der Digitalisierung des Entlassmanagements ist eine Lücke zwischen Krankenhaus und Pflegediensten geschlossen worden. Gleichzeitig können sich die Angehörigen auf einen reibungslosen und unkomplizierten Übergang zwischen stationärer und ambulanter Pflege verlassen.“ Diese innovative Idee würdigt die DGIM mit ihrem Querdenker-Preis 2018, der auf dem 124. Internistenkongress im April 2018 vergeben wurde.

Die Erfinder der Software-Plattform recare ermöglichen Krankenhäusern digitale, automatische Buchungen von Rehaplätzen im Anschluss des Krankenhausaufenthaltes in Echtzeit. Hierfür nutzt das recare-System künstliche Intelligenz. Es lernt im Laufe der Zeit, welche Kapazitäten und Präferenzen vorliegen und kann so die Patienten an die für sie individuell passenden Nachversorger in der nächsten Umgebung vermitteln. Das System versendet vor dem Entlassungstermin bereits eine Anfrage an die Reha-Einrichtung, die Patienten dann annehmen oder ablehnen – je nach verfügbaren Ressourcen. „Durch diese automatisierten Abläufe werden keine neuen Arbeitsressourcen gebunden und die Arbeitskräfte seitens der Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen werden entlastet“, ergänzt Professor Dr. med. Dr. h.c. Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der DGIM aus Kiel. „Das ist ein hoch relevanter Aspekt in der heutigen medizinischen Versorgung, wo Pflegepersonal und Ärzte oft durch bürokratische Arbeiten wertvolle Zeit mit dem Patienten verlieren.“ Neben dieser zeitlichen Einsparung besteht noch ein Vorteil: Durch direkte Vermittlung der Patienten an die Nachversorger entsteht ein hoher Grad an Transparenz. Betrugsfälle, die im Pflegesegment in den vergangenen Jahren gehäuft durch unseriöse Anbieter vorkamen, können verhindert sowie die Qualitätsstandards gewährleistet werden.

Mit dem Querdenker-Preis würdigt die DGIM kreative und innovativ denkende Personen, Organisationen oder Firmen, die mit ihren Ideen das Gesundheitswesen zukunftsweisend bereichern und befruchten, insbesondere im Bereich der digitalen Medizin. Das Preisgeld wird von der Firma Custo Med mit Firmensitz in Ottobrunn gestiftet.

Erstmals verliehen wurde der Preis im Rahmen der Preisträgersitzung beim 122. Internistenkongress. Personen, Organisationen oder Firmen mit innovativen und kreativen Projekten – vorzugsweise aus der digitalen Medizin – können sich direkt bei der DGIM für den Preis bewerben. Die Bewerbungsmodalitäten gibt die Fachgesellschaft rechtzeitig bekannt.

– Bei Abdruck Beleg erbeten –

Pressekontakt für Rückfragen:
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
Pressestelle
Janina Wetzstein
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-457
Fax: 0711 8931-167

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