DGIM-Medienpreise: Preisträger für herausragende Beiträge zur Digitalen Medizin geehrt

„Wir freuen uns sehr über die große Resonanz, die unsere erstmalige Medienpreis-Ausschreibung hervorgerufen hat. Die vielen sehr guten Bewerber-Beiträge haben es der Medienpreis-Jury nicht leicht gemacht, die Gewinner zu ermitteln“, so der DGIM-Vorsitzende und Medienpreis-Initiator Professor Dr. med. Claus Vogelmeier. Die Veröffentlichungen hätten gezeigt, dass über „Digitale Medizin“ umfassend und häufig sehr differenziert und patientenorientiert berichtet wird.

Die DGIM zeichnet dieses Jahr zwei Print-Beiträge und einen Hörfunk-Beitrag aus, die auf ganz unterschiedliche Weise aufgezeigt haben, wie umfassend die Digitalisierung in der Medizin Einzug hält und welche Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten Patienten, Ärzten, Wissenschaftlern sowie der Gesundheitsbranche dadurch geboten werden. „Alle Gewinner haben sich dem Thema sehr differenziert angenähert und den jeweiligen Aspekt aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Dies verschafft dem Leser einen umfassenden und wertefreien Einblick in dieses schwierige Thema“, erklärt Professor Dr. med. Dr. h.c. Ulrich R. Fölsch, DGIM-Generalsekretär und Vorsitzender der fünfköpfigen Medienpreis-Jury. „Erfreulich ist auch, dass die Beiträge ein breites Themenspektrum aus der Digitalen Medizin abbilden und aufzeigen, dass es die Digitale Medizin als solche nicht gibt. Mediziner und Patienten werden bei den verschiedensten digitalen Möglichkeiten immer wieder neu entscheiden müssen: Was nutzt uns das?“, sagt Vogelmeier. Seriöse und gut recherchierte Informationen, wie sie auch in den ausgezeichneten Artikeln geboten würden, seien für diese Entscheidung eine notwendige Grundlage.

Den ersten Platz der Medienpreise 2019 verlieh die DGIM Lorenz Wagner für seinen Beitrag „Leben lassen“ vom 11. Januar 2019 im Süddeutsche Zeitung Magazin für seine differenzierte Sicht auf Tierversuche. Umfassend und sorgfältig beschreibt er darin, warum die ethisch zunehmend unter Kritik geratenen Tierexperimente in vielen Forschungsbereichen keine guten Erfolgsquoten erzielen und dass sich Wissenschaftler und die Pharmaindustrie besonders hier immer häufiger Tests an künstlichen Organismen verschreiben. „Dieser Beitrag ist uns über die journalistische Exzellenz hinaus als Fachgesellschaft auch sehr wichtig“, erklärt Fölsch. „Denn er widmet sich einer Kernkritik an der Forschung und erklärt, wo Tierversuche weiterhin wichtig und sinnvoll sind. Gleichzeitig zeigt er auf, wie die Digitalisierung zu einer massiven Veränderung in dieser Forschungslandschaft beiträgt und welches revolutionäre Potential sich dahinter verbirgt.“ Die Jury bewertete auch den Kommunikationsstil positiv, da der Autor es dadurch schafft, die Distanz zu einem sehr komplexen und abstrakten Thema zu überwinden.

Martina Keller und Jochen Paulus erhielten den zweiten Platz für ihren Hörfunk-Beitrag „Über Teledoktoren und Computertherapien“. Er wurde am 26. August 2018 im Sendeformat „Wissenschaft im Brennpunkt“ des Deutschlandfunks ausgestrahlt. Den Autoren gelang es, den telemedizinischen Alltag aus unterschiedlichen Perspektiven lebensnah und authentisch darzustellen – aus Sicht der Patienten sowie der Ärzte. Die Autoren begleiten Ärzte zu Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen wie Diabetes, Herzschwäche aber auch psychischen Leiden. Dabei zeigen sie die Möglichkeiten und Vorteile telemedizinischer Arbeit auf, aber auch ihre Grenzen. „In Anbetracht des Ärztemangels und zunehmender Spezialisierungen in der Medizin ist die Telemedizin ein ganz wichtiges und zukunftsweisendes Thema für die Ärzteschaft“, erklärt Fölsch. „Die Autoren lassen den Zuhörer ganz nah am Geschehen teilnehmen – auch durch die akustischen Details im Hintergrund.“ Unter anderem gelänge es dem Beitrag auch dadurch, Berührungsängste und Vorbehalte gegenüber dieser Therapieform zu reduzieren, so das Urteil der Jury.

„Stellvertreter in schwieriger Zeit“ lautet der Titel eines Artikels in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 8. Juli 2018, dem die DGIM den dritten Medienpreis verlieh. Darin schildert Denise Peikert sehr anrührend und einfühlsam, wie ein Avatar ein chronisch krankes Kind am schulischen Alltag teilnehmen lassen kann, ohne dass das Kind die Wohnung verlassen muss. Der Schulroboter ermöglicht dem Kind zudem, seine Freunde zu sehen, zu hören und mit ihnen und den Lehrern Kontakt aufzunehmen – eben als sein Stellvertreter. „Uns begeisterte der neue, relevante Ansatz sowie der Aspekt, dass Digitalisierung – entgegen der häufigen Annahme – nicht isolieren und entmenschlichen muss, sondern zur Integration und sozialen Teilhabe von Menschen beitragen kann“, lobt Fölsch. Auch die Grenzen und Risiken dieser Technologie diskutiere die Autorin sehr differenziert.

Die Gewinner-Beiträge und ein Grußwort zum Medienpreis vom Jury-Mitglied Dr. Eckart von Hirschhausen finden Sie auf der Webseite der DGIM.

Auch für das kommende Jahr schreibt die DGIM wieder Medienpreise aus. Informationen werden auf der DGIM-Homepage veröffentlicht.

Kurzbiographien der Preisträger der DGIM Medienpreise 2019:
Lorenz Wagner
Nach dem Studium in Romanistik und BWL in Nancy, studierte Lorenz Wagner an der Axel Springer Journalistenschule und war Chefreporter der „Financial Times Deutschland“. Seit 2013 ist er Redakteur beim Süddeutsche Zeitung Magazin.

Martina Keller
Nach ihrem Studium der Geschichte und Philosophie in Bochum und Göttingen machte Martina Keller beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag in Husum und Flensburg ihr Volontariat. Anschließend war sie vier Jahre lang Redakteurin beim Öko-Test Magazin in Frankfurt. Bis heute arbeitet sie als freie Wissenschaftsjournalistin für GEO und DER SPIEGEL und produziert Hörfunk-Features für den ARD-Sender und den Deutschlandfunk. Ein Schwerpunkt sind investigative Recherchen.
Jochen Paulus
Nach einem Praktikum beim Schwäbischen Tagblatt und einem Jahr als freier Journalist machte Jochen Paulus ein Volontariat bei der Hessischen-Niedersächsischen Allgemeinen in Kassel. Ab 1989 arbeitete er über fünf Jahre als Redakteur beim Öko-Test-Magazin im Ressort für Hintergrundberichte, Umweltpolitik und Reportagen, sowie in der Testredaktion. Seit Mitte 1994 ist er freier Autor und Referent bei Bildungseinrichtungen. Jochen Paulus produziert Radiobeiträge für ARD-Sender.

Denise Peikert
Denise Peikert studierte Journalismus an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Deutschen Journalisten-Schule. Anschließend war sie in wechselnden Positionen für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und schließlich als freie Journalistin darüber hinaus für die dpa und NEON tätig. Seit 2017 ist sie freie Journalistin unter anderem bei der FAZ, FAS, dpa und ZEIT sowie Mitarbeiterin im investigativen Rechercheteam des MDR.

Mitglieder der DGIM-Medienpreis Jury:

– Professor Dr. med. Dr. h.c. Ulrich Fölsch, Generalsekretär der DGIM
– Dr. Oliver Erens, Vorsitzender des VMWJ – Verband der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten e. V.
– Professor Christian Floto, Deutschlandfunk, Ressortleiter Wissenschaft & Bildung
– Dr. Anika Geisler, Stern, Ressort Wissenschaft
– Dr. med. Eckart von Hirschhausen, TV-Moderator

Pressekontakt für Rückfragen:

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
Pressestelle
Christina Seddig/Janina Wetzstein
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-652 /-457
Fax: 0711 8931-167
seddig@medizinkommunikation.org
wetzstein@medizinkommunikation.org
www.dgim.de

Scroll to Top