DGIM: Companion Diagnostics – Maßgeschneiderte Medizin für jeden Patienten

Wie Patienten auf ein Medikament reagieren, ist in vielen Fällen angeboren. Denn der Organismus antwortet auf den Wirkstoff den Erbanlagen entsprechend. Hier spielen aber auch berufliche und soziale Lebensumstände eine Rolle und auch das Gewicht des Patienten, ob er unter anderem raucht und wie viel Alkohol er trinkt. „Patienten mit identischer Diagnose sprechen deshalb auf die Behandlung mit dem gleichen Medikament oft unterschiedlich an. Gerade hier kann „Companion Diagnostics“ ansetzten, um eine effizientere Behandlungen zu ermöglichen“, sagt Professor Dr. med. Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der DGIM aus Kiel. Die Einnahme unwirksamer Medikamente belastet vor allem den Patienten. „Nicht nur, dass wertvolle Behandlungs- und Lebenszeit verstreicht, auch die Nebenwirkungen hat der Patient zu tolerieren, ohne aber von der Wirkung zu profitieren“, bedauert Fölsch.

Um künftig gezielter zu therapieren – so die Idee von „Companion Diagnostics“ – könnten Mediziner die Wirksamkeit eines Medikaments vorher anhand von Tests ermitteln. Bei der Behandlung von Brustkrebs mit dem Wirkstoff Herceptin etwa, geschieht dies bereits: Der Arzt untersucht mit einem Test die Struktur der Krebszellen und erfährt dadurch, ob das Arzneimittel den Tumor zum Absterben bringen wird. Insbesondere bei neuen Medikamenten streben forschende Pharmaunternehmen zunehmend die parallele Entwicklung der entsprechenden Tests an. „Ziel muss es sein, maßgeschneiderte Behandlungen anbieten zu können“, sagt Dr. Michael Meyer, Vice President Health Policy der Siemens Deutschland Healthcare, aus Erlangen. „Das wäre nicht nur für die Patienten eine qualitative Verbesserung. Auch Krankenkassen und das Gesundheitssystem werden langfristig profitieren, wenn beispielsweise Kosten für eventuell unwirksame Therapien eingespart werden können.“

Im Rahmen der Pressekonferenz anlässlich des Herbstsymposiums der Korporativen Mitglieder der DGIM beleuchten die Referenten neben Ansätzen und Umsetzungsverfahren der „Companion Diagnostics“ auch rechtliche und ethische Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem neuen Verfahren ergeben.

Terminhinweis:

Pressekonferenz anlässlich des Herbstsymposiums der Korporativen Mitglieder der DGIM:
„Gesundheit ist mehr als das Gegenteil von Krankheit:
Companion Diagnostics – Königsweg in der modernen Medizin?“
Termin: Mittwoch, 9. Oktober 2013, 13.30 bis 14.30 Uhr
Ort: Salon Ferdinand Heyl, Kurhaus Wiesbaden
Anschrift: Kurhausplatz 1, 65189 Wiesbaden

Vorläufige Themen und Referenten:

Von der Gesundheit lernen – welche Ansätze bietet Companion Diagnostics für die Innere Medizin, wo kann sich die DGIM einbringen?
Professor Dr. med. Michael P. Manns, Vorsitzender der DGIM 2013/2014, Hannover

Companion Diagnostics – was ist das, wie funktioniert‘s?
Dr. Michael Meyer, Erlangen

Personalisierte Medizin und Companion Diagnostics: Zwei Seiten einer Medaille?
Professor Dr. med. Heyo Kroemer, Göttingen

Companion Diagnostics: Welche Ideen hat die forschende Pharmaindustrie?
Dr. Thomas Reimann, Berlin

SHIP-Studie: Praktische Umsetzung in Mecklenburg-Vorpommern
Privatdozent Dr. rer. med. habil. Dr. phil. Oliver Carsten Schmidt, Greifswald

sowie:

Professor Dr. med. Dr. h.c. Ulrich Robert Fölsch, Generalsekretär der DGIM und Beauftragter der Korporativen Mitglieder, Kiel

Professor Dr. med. Dipl.-Ing. Franz-Josef Wingen, Sprecher der Korporativen Mitglieder der DGIM, Leverkusen

Kontakt für Journalisten:
Anna Voormann/Christine Schoner
DGIM Pressestelle
Postfach 30 11 20/70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-552
Fax: 0711 8931-167

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