DGfI-Promotionspreise für herausragende Dissertationen auf dem Gebiet der Immunologie verliehen

Otto-Westphal-Promotionspreis, Dotierung: 1.500 € – Dr. Alexander Ulges
Allergische Reaktionen wie das Asthma der Lunge werden durch sogenannte T-Helfer 2 (Th2) Zellen begünstigt, die ihrerseits wiederum durch regulatorische T-Zellen (Treg) kontrolliert werden. Herr Dr. Ulges hat im Rahmen seiner naturwissenschaftlichen Doktorarbeit am Institut für Immunologie der Johannes Gutenberg Universität Mainz einen neuen molekularen Mechanismus entdeckt, wie Treg-Zellen überschießende Th2-Zellen Aktivität und damit allergische Reaktionen in der Lunge hemmen können. Hierbei konnte Herr Dr. Ulges eine sogenannte Proteinkinase vom Subtyp CK2 als kritischen molekularen Schalter identifizieren. Die Doktorarbeit wurde mit der Bestnote „summa cum laude“ abgeschlossen, und die wesentlichen Ergebnisse wurden vor kurzem in der Fachzeitschrift Nature Immunology sehr hochrangig publiziert (Ulges et al, Nature Immunology 16:267-275, 2015).

Sponsor des Preises ist die Dr.-Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart-Zuffenhausen.

Der Otto-Westphal-Promotionspreis wird für die beste, in Deutschland durchgeführte Dissertation auf dem Gebiet der Immunologie vergeben. Namensgeber des Preises ist Prof. Otto Westphal (1913-2004), Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Immunbiologie in Freiburg sowie Gründungsmitglied und langjähriger Präsident (1967-1976) der Deutschen Gesellschaft für Immunologie e.V. Als Chemiker interessierte sich Otto Westphal vor allem für die Struktur und Funktion von bakteriellen Zellwandbestandteilen. So führte er bahnbrechende Arbeiten zur Beschreibung der Endotoxin-Funktion von Lipopolysacchariden durch und charakterisierte mit immun-chemischen Methoden zahlreiche Antigene von gramnegativen und grampositiven Bakterien.

Hans-Hench-Promotionspreis für Klinische Immunologie, Dotierung: 2.000 € – Dr. rer. nat. Inessa Schwab
Mit dem Hans-Hench-Promotionspreis zeichnet die Deutsche Gesellschaft für Immunologie Inessa Schwab für ihren fundamentalen Beitrag zum Verständnis der entzündungshemmenden Aktivität menschlichen IgGs aus. Hochkonzentrierte IgG-Antikörper finden sich in Intravenösen Immunglobulinen (kurz IVIG), welche zur Behandlung autoimmuner und entzündlicher Erkrankungen eingesetzt werden. Trotz der häufigen klinischen Verabreichung von IVIG ist der genaue Mechanismus der entzündungshemmenden Effekte dieser IgG-Antikörper noch nicht vollständig geklärt. Inessa Schwab konnte zeigen, dass einer Sialylierung im Fc-Fragment und einer bevorzugten Interaktion von sialylierten IgG mit dem inhibitorischen FcY Rezeptor IIb hierbei eine wichtige Rolle zukommt. Kürzlich war sie Co-Autorin einer hochrangigen Publikation, die eine Tetra-Sialylierungs-Methode für die Veränderung von menschlichem nativen IgG beschreibt. Dadurch wird eine geringere Dosierung von IVIGs ermöglicht. Die so behandelten IgG-Antikörper stellen ein vielversprechendes Arzneimittel zur Therapie von Autoimmun- und Entzündungserkrankungen dar.

Inessa Schwab studierte Biologie an der Universität Erlangen. Von 2010 bis 2014 fertigte Sie Ihre Dissertation mit dem Titel “Untersuchung des Mechanismus der Anti-inflammatorischen Aktivitäten von Intravenösem Immunglobulin“ im Labor von Falk Nimmerjahn an. 2013 erhielt sie ein Stipendium für die Teilnahme am Internationalen Sommer Programm des RIKEN Center for Allergy and Immunology (RCAI) in Yokohama, Japan. Seit ihrer mit einem „summa cum laude“ ausgezeichneten Promotion arbeitet sie als Post-Doc im Labor von Falk Nimmerjahn am Lehrstuhl für Genetik des Departments Biologie der Universität Erlangen.

Stifter des Preises ist die Hans-Hench-Stiftung zur Förderung der Rheumatologie e. V., Freiburg.

Der Hans-Hench-Promotionspreis für Klinische Immunologie wird für die beste, in Deutschland durchgeführte Dissertation auf dem Gebiet der Klinischen Immunologie (Rheumatische Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Immundefizienzerkrankungen) vergeben. Namensgeber des Preises ist Hans Hench, Diplom-Ingenieur und Unternehmer aus Inzlingen. Er gründete im Jahre 1988 die Hans-Hench-Stiftung. Sie dient der „Förderung fortbildungswilliger Doktoranden, Diplomanden, Ärzten und Therapeuten auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung der Rheumatologie/ Immunologie “.

Originalpublikationen:
Dr. Alexander Ulges
Alexander Ulges, Matthias Klein, Sebastian Reuter, Bastian Gerlitzki, Markus Hoffmann, Nadine Grebe, Valérie Staudt, Natascha Stergiou, Toszka Bohn, Till-Julius Brühl, Sabine Muth, Hajime Yurugi, Krishnaraj Rajalingam, Iris Bellinghausen, Andrea Tuettenberg, Susanne Hahn, Sonja Reißig, Irma Haben, Frauke Zipp, Ari Waisman, Hans-Christian Probst, Andreas Beilhack, Thierry Buchou, Odile Filhol-Cochet, Brigitte Boldyreff, Minka Breloer, Helmut Jonuleit, Hansjörg Schild, Edgar Schmitt & Tobias Bopp: Protein kinase CK2 enables regulatory T cells to suppress excessive TH2 responses in vivo. Nature Immunology 16, 267–275 (2015); doi:10.1038/ni.3083

Dr. Inessa Schwab
Inessa Schwab, Sidonia Mihai, Michaela Seeling, Michael Kasperkiewicz, Ralf J. Ludwig und Falk Nimmerjahn: Broad requirement for terminal sialic acid residues and FcγRIIB for the preventive and therapeutic activity of intravenous immunoglobulins in vivo. European Journal of Immunology 2014; Volume 44, Issue 5, pages 1444–1453; DOI: 10.1002/eji.201344230

Inessa Schwab & Falk Nimmerjahn: Intravenous immunoglobulin therapy: how does IgG modulate the immune system? Nature Reviews Immunology 13, 176-189; March 2013; doi:10.1038/nri3401

Nathaniel Washburn, Inessa Schwab, Daniel Ortiz, Naveen Bhatnagar, Jonathan C. Lansing, Amy Medeiros, Steven Tyler, Divya Mekala, Edward Cochran, Hetal Sarvaiya, Kevin Garofalo, Robin Meccariello, James W. Meador, Laura Rutitzky, Birgit C. Schultes, Leona Ling, William Avery, Falk Nimmerjahn, Anthony M. Manning, Ganesh V. Kaundinya, and Carlos J. Bosquesa: Controlled tetra-Fc sialylation of IVIg results in a drug candidate with consistent enhanced anti-inflammatory activity. Proc Natl Acad Sci U S A. 2015 Mar 17; 112(11): E1297–E1306; doi: 10.1073/pnas.1422481112

Über die Deutsche Gesellschaft für Immunologie (DGfI)
Die DGfI, gegründet 1967, hat mehr als 2.300 Mitglieder, die in der immunologischen Grundlagenforschung oder in der klinischen Immunologie tätig sind. Die wissenschaftlichen Tätigkeiten der DGfI sind themenspezifisch in 13 Arbeitskreisen organisiert. Die DGfI organisiert jährliche Kongresse mit ca. 1000 Teilnehmern, in Abständen auch gemeinsam mit anderen europäischen Gesellschaften, um die Vernetzung der Immunologen innerhalb Europas voranzutreiben. Ebenso gibt es kleine bilaterale Treffen, um gemeinsame Forschungsinitiativen mit außereuropäischen Gesellschaften zu initiieren und zu entwickeln. Mit der Akademie für Immunologie bietet die DGfI ein strukturiertes Ausbildungsprogramm an. Für die breite Öffentlichkeit, Schulen und Patienten erstellt die DGfI verständlich aufbereitetes Informationsmaterial und organisiert Veranstaltungen. Weitere Informationen finden Sie auf www.dgfi.org bzw. www.das-immunsystem.de

Pressekontakt:
Deutsche Gesellschaft für Immunologie e. V.
Charitéplatz 1
10117 Berlin
Ansprechpartner: Dr. Agnes Giniewski
Telefon: +49 9131 85 39338
E-Mail: giniewski@dgfi.org

Weitere Informationen finden Sie unter: www.dgfi.org

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