DGE: Medienpreis der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie ausgeschrieben

Diabetes, Bluthochdruck oder Osteoporose sind als weit verbreitete „Volkskrankheiten“ vielen Menschen bekannt. Dass sie durch ein Zuviel oder ein Zuwenig von Hormonen oder durch komplexe Störungen der Hormonwirkung hervorgerufen werden können, ist jedoch den wenigsten bewusst. Durch erkrankte hormonproduzierende Drüsen wie beispielsweise Schilddrüse, Eierstock, Hoden, Nebenniere oder Hirnanhangsdrüse, können – häufig unspezifische – Beschwerden auftreten, die es dem Arzt schwer machen, die richtige Diagnose zu stellen. „Wenn Patienten unspezifische Symptome haben, wenn sie müde und abgeschlagen sind, stark zu- oder abgenommen haben, Körperbehaarung an ‚unpassenden‘ Stellen auftaucht, sie stark schwitzen, das Herz rast oder Hitzewallungen auftreten, dann kann sich hinter diesen Beschwerden eine Hormonstörung verbergen“, erklärt Professor Dr. med. Matthias M. Weber, Mediensprecher der DGE und Leiter der Endokrinologie und Diabetologie der Universitätsmedizin Mainz. „Sie ist aber nicht immer leicht zu diagnostizieren“, betont er. Manche Hormonstörungen können aber auch mit spezifischen und typischen Symptomen einhergehen, die den erfahrenen Endokrinologen rasch an die oft sehr seltenen Erkrankungen denken lassen. Bei der Akromegalie beispielsweise kommt es zur Vergrößerung von Händen, Füßen, Kinn und Lippen und innerer Organe, weil ein Überschuss von Wachstumshormon vorliegt. Beim Morbus Basedow kommt es in Kombination mit typischen Zeichen einer Schilddrüsenüberfunktion wie Herzrasen oder innerer Unruhe oft zu einer auffälligen Augenveränderung mit Entzündung und Schwellungen. Aber nicht immer ist bei unspezifischen Störungen wie Gewichtszunahme oder Abgeschlagenheit eine hormonelle Störung die Ursache. Dies herauszufinden, ist eine der wichtigsten Aufgaben des Endokrinologen, der zur genauen Diagnosesicherung bei den oft sehr rasch schwankenden Hormonspiegeln im Blut häufig auch komplizierte Funktionstests durchführen muss.

„Endokrinologen sind Spezialisten, die mit nahezu allen anderen Fachgebieten in engem Austausch stehen. Bei anfänglichen Beschwerden sind sie meist nicht die ersten Ansprechpartner. Umso wichtiger ist es, dass die behandelnden Hausärzte und Fachärzte an die Möglichkeit einer hormonellen Störung denken und den Patienten zum Endokrinologen überweisen“, so Weber. Für den Patienten ist das Nichtwissen, an was er erkrankt ist, oft sehr belastend und verzögert eine entsprechende Therapie. „Mehr Informationen und Aufklärung kann hier Abhilfe schaffen“, sagt der DGE-Mediensprecher.

Der DGE-Medienpreis setzt genau hier an: Er zeichnet Medienberichte aus, die endokrinologische Krankheitsbilder und ihre vielfältigen Beschwerden und Symptome verständlich beschreiben, Behandlungsformen aufzeigen oder neue Forschungsansätze vorstellen. „Wir wünschen uns Beiträge, die vom Patienten aus ‚gedacht und entwickelt‘ werden, die zeigen, dass es ein langer Weg sein kann – vom ersten Bemerken von Beschwerden bis zu einer guten und wirksamen Behandlung durch den Endokrinologen“, sagt Professor Dr. med. Dr. h.c. Helmut Schatz, Bochum, Initiator des DGE-Medienpreises und Mitglied der Jury. Zugleich soll die Ausschreibung Medienschaffende anregen, sich mit Themen aus Endokrinologie und Stoffwechsel zu befassen.

Bewerben können sich Journalistinnen und Journalisten aus dem deutschsprachigen Raum mit Arbeiten, die sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert sind und die den Kriterien medizin-journalistischer Qualität entsprechen. Einsendeschluss der Beiträge ist der 31. Januar 2020. Übergeben wird der DGE-Medienpreis auf dem 63. Kongress für Endokrinologie (4. bis 6. März 2020) in Gießen . Die persönliche Teilnahme der Preisträgerin/des Preisträgers an der Verleihung ist ausdrücklich erwünscht.

Weitere Informationen zum DGE-Medienpreis 2019/2020 finden Interessierte unter

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Endokrinologie ist die Lehre von den Hormonen, Stoffwechsel und den Erkrankungen auf diesem Gebiet. Hormone werden von endokrinen Drüsen – zum Beispiel Schilddrüse oder Hirnanhangdrüse, aber auch bestimmten Zellen in Hoden und Eierstöcken – „endokrin“ ausgeschüttet, das heißt nach „innen“ in das Blut abgegeben. Im Unterschied dazu geben „exokrine“ Drüsen wie Speichel- oder Schweißdrüsen ihre Sekrete nach „außen“ ab.

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Kontakt für Journalisten

Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Prof. Dr. med. Matthias M. Weber (Mediensprecher)
Dagmar Arnold
Postfach 30 11 20, D-70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-380, Fax: 0711 8931-167
E-Mail:
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