DFG fördert Projekt Living Handbooks

„Wissenschaftliche Handbücher sind nach ihrem gedruckten Erscheinen häufig schon wieder stellenweise veraltet“, sagt Dr. Ursula Arning, Leiterin des Bereichs Open-Access-Publizieren und -Beraten bei ZB MED. „Dieses Problem haben unsere ‚Living Handbooks‘ nicht. Da sie digital vorliegen, können sie fortlaufend aktualisiert werden, sobald sich am Stand der Forschung etwas ändert“, so Arning weiter.

ZB MED startete die Plattform „Living Handbooks“ im Jahr 2014 mit dem Pilotprojekt „Living Textbook of Hand Surgery“ gemeinsam mit der Handchirurgin Dr. Richarda Böttcher. Nun wird die Plattform – abrufbar unter www.gms-books.de – im Rahmen eines DFG-geförderten Projektes weiterentwickelt. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Cold-Chain-Management an der Universität Bonn wird das „Living Handbook of Perishable Food Supply Chains“ publiziert. Es schließt eine thematische Lücke in der Standardliteratur dieses sehr spezifischen Fachgebietes. „Da das neue Handbuch sehr interdisziplinär ausgerichtet ist, können wir daran unsere Publikationsplattform ‚Living Handbooks‘ besonders gut erproben und weiterentwickeln“, stellt Arning fest.

Die Plattform basiert auf der Open-Source-Software Drupal, die auf die speziellen Bedürfnisse der Forschenden in den Lebenswissenschaften angepasst wird. Sie bietet die Möglichkeit, einzelne Kapitel zu veröffentlichen und zu aktualisieren, ohne auf die Fertigstellung des gesamten Buches warten zu müssen. Jede Version eines Kapitels erhält dabei einen persistenten Identifikator, eine sogenannte DOI. Diese Versionierung macht den Fortgang der Forschung für alle nachvollziehbar. Jedes Kapitel eines Handbuches unterliegt außerdem einem Review-Prozess, so dass die Qualität der Publikation gewährleistet ist.

Konkret sollen im Rahmen des DFG-Projektes verschiedene neue Features in die Plattform integriert werden. Dazu gehören responsive Design, die Einbindung von Social Media, die Möglichkeit zur 3D-Darstellung, die Einbindungen von Statistiken und vieles mehr. „Wir werden beispielsweise auch eine Schnittstelle zu konventionellen E-Book-Readern schaffen, damit die Handbücher auch von unterwegs aus bequem gelesen und kommentiert werden können“, sagt Arning.

Im Anschluss an das Projekt wird die Plattform „Living Handbooks“ in den Regelbetrieb übergehen: Sie wird Bestandteil des ZB MED-eigenen Publikationsportals PUBLISSO unter www.publisso.de. „Das System soll außerdem in Zukunft auch für alle Fachwissenschaften offen stehen, die Open Access publizieren möchten.“, erläutert Arning das langfristige Ziel.

Hintergrund-Information: ZB MED – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften
ZB MED – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften ist das zentrale Servicezentrum für Fachinformationen und Forschungsunterstützung in den Lebenswissenschaften. Es hat sich aus der weltweit größten Bibliothek der Fächerkombination Medizin, Gesundheitswesen, Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften entwickelt. Hauptziel von ZB MED ist es, die Forschenden und Studierenden in diesen Disziplinen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in ihrer Arbeit zu unterstützen. Dazu bietet ZB MED Literatur und Fachinformation in digitaler und gedruckter Form vor Ort und über das semantikbasierte Suchportal LIVIVO an. ZB MED hat mit PUBLISSO ein eigenes Open-Access-Portal. Zur dauerhaften Auffindbarkeit von Aufsätzen und Forschungsdaten vergibt es Digital-Object-Identifier (DOI). ZB MED agiert an zwei Standorten in Köln und Bonn. ZB MED ist eine wissenschaftliche Informationsinfrastruktureinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft und damit ein unverzichtbarer Teil des Wissenschaftsstandorts Deutschland.
Weitere Informationen unter: www.zbmed.de.

Hintergrund-Information: Cold Chain Management Group
Die Cold Chain Management Group wurde 2003 von PD Dr. Judith Kreyenschmidt gegründet und ist am Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn angesiedelt. Zu den Forschungsgebieten zählen u.a. die Erstellung von Simulationsmodellen zur Prognose der Lebensmittelqualität und -sicherheit, die Entwicklung von Optimierungsansätzen in den Bereichen Verpackung, Hygiene und Temperaturüberwachung sowie die produkt- und prozessspezifische Entwicklung innovativer Methoden zur Verbesserung der Lebensmittelqualität und -sicherheit bei gleichzeitiger Sicherstellung einer ressourcenschonenden Lebensmittelproduktion.
Weitere Informationen unter: www.ccm.uni-bonn.de/

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