Deutschlands größte Gesundheitsstudie NAKO: Halbzeit in Bremen

„Ich sehe es als gesellschaftliche Verpflichtung an, eine Studie wie die NAKO zu unterstützen“, sagt Harald Rasch, der als 5.000ster Proband im Bremer Studienzentrum begrüßt wurde. „Darüber hinaus hat mich das Thema sehr interessiert. Und nicht zuletzt bekommt man ja auch einen Gesundheits-Check.“

Von der Teilnahme überzeugt hatte den Bremer jedoch erst die zweite Einladung. „Beim ersten Brief habe ich gedacht, es handelt sich dabei um eine rechtsradikale Partei, und habe das Anschreiben daher weggeworfen. Beim zweiten Brief habe ich mich dann im Internet informiert“, sagt Harald Rasch.

Tatsächlich hatte der Begriff „Nationale Kohorte“ – eine an sich korrekte Bezeichnung aus der medizinischen Forschung – immer wieder für Verwirrung bei den angeschriebenen Bürgerinnen und Bürgern im ganzen Bundesgebiet gesorgt. Die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den 18 Studienzentren mussten daher häufig Aufklärungsarbeit leisten und erklären, dass es sich bei der „Nationalen Kohorte“ nicht um eine politische Gruppierung, sondern um Deutschlands größte Gesundheitsstudie handelt. Im Sinne einer besseren Akzeptanz in der Bevölkerung hatte der wissenschaftliche Vorstand des Nationale Kohorte e.V. den Studiennamen schließlich in NAKO-Gesundheitsstudie geändert.

„Die NAKO ist von großer Relevanz für alle Menschen in Deutschland“, sagt Professor Wolfgang Ahrens, Mitglied des wissenschaftlichen Vorstands des Nationalen Kohorte e.V. und Projektleiter in Bremen. „Die Studie lässt uns verstehen, wie gesund die Menschen in Deutschland sind und vor allem – wie sie auch gesund bleiben können. Die Ergebnisse der NAKO werden umso aussagekräftiger, je mehr Menschen teilnehmen. Hier in Bremen liegen wir sehr gut in der Zeit. Bis wir unseren wichtigen Beitrag für die gesamtdeutsche Studie geleistet haben, liegt allerdings noch die Hälfte des Weges vor uns. Daher bitte ich alle Bremerinnen und Bremer, die ein Anschreiben der NAKO erhalten: Werfen Sie den Brief nicht ungelesen weg. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, ihn zu lesen und entscheiden Sie dann über Ihre völlig freiwillige und kostenlose Teilnahme. Sie können damit nicht nur Ihrer eigenen Gesundheit einen Gefallen tun, sondern helfen auch der ganzen Gesellschaft dabei, gesund zu bleiben.“

Die NAKO-Gesundheitsstudie

Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen – viele der verbreiteten Volkskrankheiten geben immer noch Rätsel auf. Deren Ursachen zu erforschen, Risikofaktoren zu finden und wirksame Maßnahmen zu entwickeln, um Erkrankungen vorzubeugen, ist Ziel der NAKO, der bisher größten Gesundheitsstudie in Deutschland. Sie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Bundesländern sowie der Helmholtz-Gemeinschaft finanziell gefördert und mit zusätzlichen Eigenmitteln des BIPS und der anderen Studienzentren durchgeführt. Bis 2018 werden an 18 Studienstandorten 200.000 Menschen zwischen 20 und 69 Jahren befragt und untersucht. Eine Teilnahme zur Studie ist nur mit Einladung möglich. Die Auswahl der Personen erfolgt per Zufallsstichprobe aus dem Einwohnermelderegister.

Weitere Informationen zum Bremer NAKO-Studienzentrum und zur Studie insgesamt finden Sie unter:

www.nako.de sowie www.nako-bremen.de.

Kontakt:

Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Nils Ehrenberg
Tel: +49 (0)421 218-56780
Fax: +49 (0)421 218-56761
ehrenberg@leibniz-bips.de

Das BIPS – Gesundheitsforschung im Dienste des Menschen

Die Bevölkerung steht im Zentrum unserer Forschung. Als epidemiologisches Forschungsinstitut sehen wir unsere Aufgabe darin, Ursachen für Gesundheitsstörungen zu erkennen und neue Konzepte zur Vorbeugung von Krankheiten zu entwickeln. Unsere Forschung liefert Grundlagen für gesellschaftliche Entscheidungen. Sie klärt die Bevölkerung über Gesundheitsrisiken auf und trägt zu einer gesunden Lebensumwelt bei.

Das BIPS ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der 88 selbstständige Forschungseinrichtungen gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.500 Personen, darunter 9.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,7 Milliarden Euro.

www.bips-institut.de

www.leibniz-gemeinschaft.de

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