Deutschland muss mehr in die Pflegeforschung investieren!

Demenz, Patienteninformation, pflegerische Versorgungsqualität: Diese Themen standen im Mittelpunkt des Abschlusskongress der Pflegeforschungsverbünde Anfang Dezember 2010 in Berlin. Unter dem Motto „Wissenschaft sichert Zukunft“ diskutierten 130 Expertinnen und Experten aus Pflegeforschung und -praxis aus ganz Deutschland die Ergebnisse gemeinsamer sechsjähriger Forschungsarbeiten. Der Kongress wurde von Professor Stefan Görres und Dr. Karl Reif von der Universität Bremen organisiert. Veranstalter waren die drei Pflegeforschungsverbünde NRW, Mitte-Süd und Nord. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) förderte von 2004 bis 2010 diese Verbünde sowie den Verbund Hebammenforschung mit insgesamt rund zehn Mio. Euro. Die Pflegeforschung in Deutschland erhielt hierdurch entscheidende Entwicklungsimpulse.

Dennoch bedarf es weiterhin des Ausbaus der Pflegeforschung durch spezielle Förderprogramme und eine gezielte wissenschaftliche Infrastrukturbildung. Zur Sicherung der Zukunft der pflegerischen Versorgung kranker und pflegebedürftiger Menschen ist Pflegeforschung angesichts der demographischen (Hochaltrigkeit) wie auch der epidemiologischen (chronische Erkrankungen und Multimorbidität) Entwicklungen eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Daran gemessen fehlen für pflegerelevante Grundlagenforschung, klinische Pflegeforschung und pflegerische Versorgungsforschung nach wie vor die notwendigen Mittel. Eine von der Robert Bosch Stiftung geförderte Pflegeforschungsagenda 2020, die u. a. von Professor Stefan Görres erstellt wird, soll jetzt dazu beitragen, die zentralen Themen der nächsten zehn Jahre zu definieren und die Politik verlässlich und nachhaltig mit ins Boot zu nehmen.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich 11, Human- und Gesundheitswissenschaften
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Prof. Dr. Stefan Görres
Tel. 0421/218-68900
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de
Geschäftsstelle Pflegeforschungsverbund Nord
Dr. Karl Reif
Tel.: 0421 / 218-68906
E-Mail: karlreif@uni-bremen.de

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