Deutscher Schmerz- und Palliativtag: Versorgungsprobleme im Fokus

In Deutschland leiden 17 Prozent der erwachsenen Bevölkerung – rund zwölf Millionen Menschen – an chronischen Schmerzen. Das belegt eine jetzt veröffentlichte Analyse des Care and Public Health Research Institutes von der Universität Maastricht in den Niederlanden.

Diese Zahl spiegelt indes nur einen Teil der Realität wider. Nicht berücksichtigt von dem Team um Jos Kleijnen wurden beispielsweise Studien, die chronische Schmerzen bei Krebskranken oder Kindern erfassten. Auch die chronischen Schmerzen von Patienten mit Parkinson oder Multipler Sklerose fanden keinen Eingang in diese Analyse, ebenso wenig Untersuchungen zu chronischen oder wiederkehrenden Kopfschmerzen, an denen hierzulande etwa 7 Millionen Menschen leiden.

Chronische Schmerzen sind damit nicht nur Ursache von Leid und verlorener Lebensqualität bei Millionen Menschen, sondern belasten auch das Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft mit hohen Kosten. Auf knapp 49 Milliarden Euro taxierten Forscher unlängst allein die indirekten Kosten von Rückenschmerzen. Dennoch gehört die Schmerzmedizin noch immer zu den Stiefkindern des Medizinsystems.

Dabei ließen sich in den Gesundheits- und Sozialsystemen wertvolle Ressourcen schonen, würden Wissen und Strategien der modernen Schmerzmedizin – etwa erfolgreiche Konzepte der integrierten Versorgung – nur konsequent umgesetzt. Doch dem stehen Beharrungsvermögen und verkrustete Strukturen sowie Ausbildungsdefizite der Ärzte gegenüber. Sorgen bereitet den Schmerzmedizinern zusätzlich auch die Flut von Leitlinien, welche die Versorgung von Patientinnen und Patienten oft eher erschweren denn verbessern.

Diese Themen sowie die Highlights des 22. Deutschen Schmerz- und Palliativtages stehen auch im Mittelpunkt der Auftaktpressekonferenz zur Tagung.

Auftakt-Pressekonferenz: Mittwoch, 23. März 2011 · 11.00 Uhr
Pressekonferenz »Leitlinien spezial«: Mittwoch, 23. März 2011 · 12.00 Uhr
Raum „Kontakt“ · Congress Center Messe Frankfurt · Ebene 1
Ludwig-Erhard-Anlage 1 · Frankfurt

Das Team der Pressestelle ist während der Tagung unter der Rufnummer 069 7575-73101 erreichbar.

Pressekontakt
Pressestelle Deutscher Schmerz- und Palliativtag
Barbara Ritzert · ProScience Communications –
Die Agentur für Wissenschaftskommunikation GmbH
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