Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2017: „Das Leben ist eine Chance, mach was Gutes daraus“

„In den letzten 50 Jahren ist viel erreicht worden, auch durch die Hochleistungsmedizin“, erklärte Franz Müntefering den Kongressteilnehmern. Viel wichtiger seien aus seiner Sicht aber zum einen die wieder aufgelebte Hospizbewegung, bei der vor allem die Begleitung der Menschen an ihrem Lebensende im Vordergrund steht. Zum anderen die Palliativmedizin, bei der die medizinische, vor allem schmerzlindernde Betreuung im Vordergrund steht. Er selbst hat einige Hospize mit eingerichtet und dafür den Ehrenpreis des deutschen Hospiz- und Palliativverbandes erhalten.

Heute gebe es für viele alte Menschen „viele gute Jahre on top“, doch man soll auch einfach sterben dürfen. Wie es für den betroffenen alten Menschen am besten ist, das sei sehr verschieden. Wichtig ist, dies frühzeitig zu regeln, Angehörige müssen das Gespräch suchen, eine Patientenverfügung sollte erstellt werden. „Viele Menschen möchten ihren Angehörigen zuhause pflegen, das ist sehr ehrenwert. Aber können sie das auch? Pflege muss man lernen. Müntefering fordert daher deutlich mehr verlässliche Information und Beratung zu unterstützenden Angeboten.

Leider gebe es zudem gerade auf dem Land immer wieder Ärztemangel und damit große Versorgungslücken: „Um das zu verbessern, müssen wir auch in der Politik Kraft und Anstrengung reinstecken“, fordert Müntefering. In seinem Schlusswort appellierte er aber auch an die Eigenverantwortung jedes einzelnen: „Irgendwann muss man einsehen, dass man selber alt ist. Es sind nicht nur die anderen. Wenn ich gut alt werden will, muss ich rechtzeitig etwas tun, von gesunder Ernährung bis mehr Bewegung. Das Leben ist eine Chance, machen Sie was Gutes daraus.“

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