Deutscher Forschungspreis für Allgemeinmedizin 2011 verliehen

In diesem Jahr wurde zum Ausschreibungsthema „Entscheidungsfindung in der Hausarztpraxis“ eine Vielzahl exzellenter und auch bereits hochrangig publizierter Arbeiten vorgelegt. Nach einem intensiven Peer Review und der Abstimmung unter den zwölf, von der Mitgliederversammlung der DEGAM bestellten Juroren, konnten folgende Preise vergeben werden:
Den 1. Preis (dotiert mit 20.000 €) erhält
Dr. med. Stefan Bösner (Marburg) und seine Arbeitsgruppe für die Arbeit zum „Marburger Herzscore“, einem Instrument, mit dem bei Patienten mit akutem Brustschmerz bereits in der hausärztlichen Versorgung gefährliche Verläufe erkannt werden können.
Der 2. Preis (dotiert mit 7.500 €) geht an
Dr. med. Ulrike Junius-Walker (Hannover) und ihre Arbeitsgruppe für die For-schungsarbeit „Bei Multimorbidität Behandlungsprioritäten setzen“. Hier wird gezeigt, wie ältere, multimorbide Patienten und ihre Hausärzte gemeinsam Prioritäten setzen können, damit die Patienten einen optimalen Nutzen aus der Therapie erfahren.
Der 3. Preis (dotiert mit 5.000 €) wird verliehen an
Dr. med. Oliver Hirsch (Marburg) und seine Arbeitsgruppe für „ARRIBA-Lib“ (http://www.arriba-hausarzt.de). Hierbei handelt es sich um eine frei zugängliche Internet-Bibliothek, in der Hausärzte Entscheidungsunterstützung finden. Damit können diese mit ihren Patienten wichtige Fragen diskutieren, so z.B. „Was soll ich zur Herz-Kreislaufprävention tun?“ oder „Brauchen Sie eine spezielle Vorbeugung gegen den Schlaganfall?“.
Daneben wurde ein Förderpreis vergeben, um Forschungsideen in der Allgemein-medizin realisierbar zu machen. Preisträger ist Dr. med. Guido Schmiemann (Hannover) für das Projekt „Bremer Vorsorgeuntersuchung – ein neues Modell für den ‚Gesundheits-Check-Up über 35″.
Die DEGAM und die Dr. Lothar Beyer-Stiftung zeichnen in diesem Jahr besonders relevante Forschungsergebnisse aus der Allgemeinmedizin aus und möchten darüber hinaus einen Ansporn setzen, die Forschung zu notwendigen Themen der hausärztlichen Versorgung voranzutreiben. Absicht des Preises ist es, Forschungsanstrengungen dort zu fokussieren, wo es aufgrund der hausärztlichen Versorgungssituation, aber auch der wissenschaftlichen Forschungsperspektive geboten erscheint. Der Wettbewerb zeigt, dass die allgemeinmedizinische Forschung in Deutschland hochwertige Beiträge mit Relevanz für die Darstellung der hausärztlichen Versorgungsfunktion hervorbringt. Die meisten prämierten Arbeiten haben klinische Themen behandelt.

Scroll to Top