Deutsche Kardiologie nach den USA weltweit führend, aber „unterfördert“

Mannheim, Donnerstag 8. April 2010 – Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in den westlichen Industrieländern die häufigste Todesursache und damit ein medizinisch herausforderndes und ökonomisch wichtiges Zukunftsproblem. Entsprechend bedeutsam für Fortschritte in der Herzmedizin und Patientenversorgung sind deshalb effiziente Forschungsaktivitäten und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Mit Hilfe des BMBF wird die Gründung des Zentrums für Herz-Kreislaufforschung eine Vernetzung der kardiologischen Forschungsbeiträge bringen. Das betont DGK-Präsident Prof. Dr. Michael Böhm (Klinik für Innere Medizin III, Universitätsklinikum des Saarlandes) auf einem Pressegespräch anlässlich der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK). Von Donnerstag bis Samstag werden in Mannheim rund 7000 aktive Teilnehmer aus 25 Ländern erwartet

Deutschlands Kardiologen bei Publikationen und Zitationen in Europa ganz vorne

Deutschlands Kardiologen produzieren in Europa die meisten Publikationen und werden am häufigsten in wissenschaftlichen Journalen zitiert und stehen anhand dieser Kriterien weltweit nach den USA an zweiter Stelle. "Dementsprechend soll durch die Gründung eines Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung und eine Netzwerkbildung durch das BMBF diese Forschungsaktivität, wie es auch in anderen Disziplinen geplant wird, unterstützt werden", sagt der DGK-Präsident. "Das Deutsche Herzforschungszentrum soll in enger Verbindung mit den Universitäten und den exzellenten außeruniversitären Einrichtungen die Herz-Kreislaufforschung in Deutschland weiter verbessern. Die Ausschreibung erfolgt in den nächsten Monaten und wird ergebnisoffen ohne Festlegung auf Standort und Themenschwerpunkt von einem internationalen Gremium begutachtet werden."

Herz-Forschung gegenüber Neurowissenschaften und Onkologie relativ unterfördert

Grundsätzlich ist die Forschungsstruktur von effizient arbeitenden Forschungsinstitutionen abhängig, betont Prof. Böhm. "Die Gründung von "Gesundheitszentren" durch das BMBF hat dazu geführt, dass auch in der Kardiologie vermehrt über "An-Institute" an universitären Standorten diskutiert wurde. Die Notwendigkeit ergibt sich aus der relativen Unterförderung kardiovaskulärer Forschung gegenüber anderen Disziplinen wie der Neurowissenschaften und der Onkologie. Dem gegenüber stehen Erfolge der Kardiologie in der Reduzierung der Sterblichkeit des akuten Myokardinfarktes und dem größten Beitrag zur Verlängerung der Lebenszeit durch innovative kardiovaskuläre Prävention und Therapie."

DKG leistet bereits bei Nachwuchsarbeit wichtige Beiträge

Schon bei der Nachwuchsförderung leistet die DGK wichtige Beiträge, indem sie über Einladungen zu der Jahrestagung den studentisch wissenschaftlichen Nachwuchs fördert. Weiterhin gibt es innerhalb der Gesellschaft strukturierte Programme mit festen Budgets, die über Sachbeihilfen und Stipendien junge Wissenschaftler in ihrer Qualifikationsphase unterstützen.

Unterstützung bei der Einwerbung von Forschungsmitteln

Die DGK bietet auch spezielle Seminare an, um bei Einwerbung von Drittmitteln sowie Förderungen durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und andere Stiftungen zu unterstützen.

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
Prof. Dr. Eckart Fleck, Pressesprecher
Christiane Limberg, Pressestelle
Tel.: 0211 / 600 692 – 61; E-Mail: limberg@dgk.org
Bettschart & Kofler Medien- und Kommunikationsberatung
Pressezentrum am Kongress: 0049-(0)621-41065005; mobil 0043-676-6356775

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.
(idw, 04/2010)

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