Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. baut nationales urologisches Studienregister auf

"Ziel ist, dass sich Ärzte, Betroffene und potenzielle Studienpartner rasch und übersichtlich über die Studienaktivitäten in der Urologie informieren können", erläutert Prof. Wullich, Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik Universitätsklinikum Erlangen. Das Online-Register („www.dgu-studien.de“) soll sich nicht auf onkologische Arbeiten beschränken, sondern alle urologisch relevanten klinischen Studien erfassen – also etwa Untersuchungen zu operativen Techniken oder auch zu komplementärmedizinischen Verfahren. „Wir nehmen alles auf, was den Standards der ‚Good Clinical Practice’ entspricht“, sagt DGU-Forschungskoordinator Dr. Christoph Becker, der Administrator des Registers. Bislang oft verstreut publizierte Studien zur Urologie werden so gebündelt. Schon auf dem 62. DGU-Jahreskongress in Düsseldorf wird das Register vorgestellt, und die ersten Studien sollen in das System eingepflegt sein.

Abgeschlossene, besonders aber auch laufende urologische Studien, die Industrie und nichtkommerzielle Institutionen initiiert haben, sollen aufgenommen und dargestellt werden. Besonders wichtig sei der DGU, mit dem Register die Patientenrekrutierung für klinische Studien in Deutschland zu fördern. „Eine zügige Durchführung von Studien scheitert häufig daran, dass es nicht genügend Patienten gibt, weil Urologen und Patienten einfach nicht wissen, dass für eine bestimmte Studie noch Teilnehmer gesucht werden“, sagt Dr. Becker. Mit dem Register sollten Auftraggeber von Studien, Ärzte und Patienten näher zusammengebracht werden, denn ohne klinische Studien sei eine Bewertung medizinischer Maßnahmen nicht möglich.

Das Studienregister wird von der DGU finanziert und gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie e.V. (AUO) betrieben. Entwickelt wurde das „Site & Study Management System“ mit Unterstützung des Zentrums für Klinische Studien Köln und des Deutschen Cochrane Zentrums in Freiburg. Den Studieneinrichtungen ist freigestellt, ob sie nur die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderten Minimaldaten, oder auch Details ihrer Studie veröffentlichen.

Das neue System der DGU bietet zahlreiche Funktionen: Über individualisierte Zugangsrechte lässt sich eine dezentrale Studiendokumentation nach den WHO-Standards zusammenführen. Der geplante automatische Datentransfer zum Deutschen Register Klinischer Studien sowie zum internationalen Register ClinicalTrials.gov wird in Zukunft Doppeldokumentationen erübrigen. Aus den Daten lassen sich automatisiert Standardberichte generieren. Das neue System ist darüber hinaus auch dafür ausgelegt, Studien komplett zu verwalten.

Bei der 62. DGU-Jahrestagung vom 22. bis 25. September 2010 im Congress Center Düsseldorf können sich Interessierte in Einstiegskursen von der Leistungsfähigkeit und der leichten Handhabung des Systems überzeugen.

Weitere Informationen:
DGU-Kongress-Pressestelle

Bettina-Cathrin Wahlers
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(idw, 09/2010)

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