Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) – Tag des herzkranken Kindes am 5.5.2012

Man rechnet aktuell mit etwa 250.000 Erwachsenen mit einem – überwiegend therapierten – Herzfehler in Deutschland. Aus mehreren Untersuchungen ist bekannt, dass die Lebensqualität von jungen Patienten mit angeborenen Herzfehlern sehr gut ist und sich vor allem im psychosozialen Bereich nicht von der bei Gesunden unterscheidet. Zum Sexualverhalten wurden mehrere hundert Patienten befragt; dabei konnte aufgezeigt werden, dass bei schweren Herzfehlern sowohl sexuelle Kontakte als auch Partnerschaften verspätet im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung begonnen werden. Ursache ist die Angst vor kardialen Symptomen. Tatsächlich sind Herzereignisse bei Patienten mit unproblematischen Krankheitsbildern selten; bei Auftreten haben sie jedoch einen großen Einfluss auf die Lebensqualität.
Eine große Bedeutung hat die Beratung der jungen Patienten hinsichtlich einer Schwangerschaftsverhütung, da nicht jede Form der Kontrazeption in gleicher Weise für jeden Patienten geeignet ist. Ist eine Schwangerschaft eingetreten, sollte die Patientin in einem Zentrum für Angeborene Herzfehler im Erwachsenenalter (sog. EMAH-Zentrum) hinsichtlich der Schwangerschaftsführung beraten werden. Entscheidend ist dabei der zugrundeliegende Herzfehler mit seiner hämodynamischen Auswirkung, da es sowohl im Verlauf einer Schwangerschaft als auch während und nach der Geburt zu charakteristischen Kreislaufveränderungen kommt, die im Einzelfall sehr belastend und für Mutter und Kind sogar gefährdend sein können.
Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie rät daher zu einer ausführlichen Vorabinformation bei der Familienplanung, die von Experten der EMAH-Zentren angeboten wird. Das individuelle Risikoprofil der einzelnen Patienten ist dabei jeweils gesondert zu berücksichtigen, da die angeborenen Herzfehler ein sehr breites Spektrum aufweisen und der Schweregrad der hämodynamischen Beeinträchtigung in Abhängigkeit vom Therapiestadium beträchtlich variieren kann.

Weitere Information bei allen EMAH-, pädiatrisch-kardiologischen und geburtshilflichen Abteilungen an Universitätskliniken.

Prof. Dr. Angelika Lindinger, Öffentlichkeitsarbeit der DGPK, Tel: 06841 1628306, E-Mail: angelika.lindinger@uks.eu

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