Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Projekt zur Alchemiegeschichte

In dem neuen Projekt sollen alle einschlägigen Drucke der Wolfenbütteler Bibliothek, etwa 2000 Werke aus der Zeit 1450-1800, inhaltlich erschlossen und in einem Internetportal nachgewiesen werden. Die gezielte inhaltliche Suche in den reichen Wolfenbütteler Alchemiebeständen nach Personen und Substanzen, Schriftengattungen, Bildern und anderem mehr soll auf diese Weise möglich werden. Darüber hinaus werden alle einschlägigen Werke in digitaler Form über das Internet bereitgestellt.

Die Alchemie steht für einen faszinierenden und facettenreichen Erfahrungsraum der Geschichte, den immer auch die Aura des Magischen und Geheimnisvollen umgab. Das mag dazu geführt haben, dass man bis in unsere Zeit mit der Alchemie beinahe nur noch das betrügerische Goldmachen, vagabundierende Abenteurer und Scharlatane verbindet. Vielmehr aber steht hinter ihr eine schon im hellenistischen Ägypten wurzelnde lange naturphilosophische Tradition: Sie war von der Idee getragen, die verborgenen Zusammenhänge der Natur zu verstehen. Die Wandlungsfähigkeit der Stoffe – in den Metamorphosen und Altersstufen der belebten Natur mit Händen zu greifen –, wurde als Wachstums- und Reifungsprozess auch der unbelebten Natur zugesprochen: so sollten die Edelmetalle Gold und Silber die reine und vollkommenste Form darstellen, alle anderen Mineralien und Steine wurden als noch unreif betrachtet und sollten durch die Alchemisten in ihrer Reifung zu edleren Metallen unterstützt werden.

Die Herzog August Bibliothek besitzt hervorragende historische Bestände zur Alchemie und hat diese in den vergangenen Jahren auch durch antiquarische Erwerbungen ergänzen können. Die systematische Erschließung dieses Quellenfundus verspricht der wissenschafts-, kunst- und kulturhistorischen Forschung einen wesentlichen neuen Zugang zu den Quellen.

Ab August 2013 präsentiert die Herzog August Bibliothek eine Ausstellung zur Alchemiegeschichte mit dem Titel „Goldenes Wissen: Laboranten, Visionäre, Scharlatane“, zu der auch ein reich bebilderter Ausstellungskatalog mit wissenschaftlichen Beiträgen vorgesehen ist.

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