Deutsche Diabetes Gesellschaft: Frühe Insulingabe und Fischöl-Kapseln schützen n

In der Studie hat der Hersteller eines Langzeit-Insulins an 12 537 Patienten prüfen lassen, ob eine frühzeitige Insulintherapie Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser vorbeugt als die derzeitige Standardbehandlung mit blutzuckersenkenden Tabletten. Die Studienteilnehmer litten seit wenigen Jahren an Typ-2-Diabetes mellitus oder an der Vorstufe Prädiabetes, bei der der Blutzucker nach den Mahlzeiten zu stark ansteigt. Sie wurden der Insulin- oder Tablettengruppe nach dem Zufallsprinzip zugeteilt. Die Therapiedauer betrug im Schnitt 6,2 Jahre.

Die Ergebnisse im Überblick: Die meisten Patienten, die sich täglich Langzeit-Insulin spritzten, erzielten gute Blutzuckerwerte. Dies galt in gleicher Weise für Patienten, die Tabletten einnahmen – in der Mehrzahl den Wirkstoff Metformin. Bei einigen Patienten mit beginnendem Diabetes verhinderte das Langzeit-Insulin die Entwicklung der Erkrankung. Eine Pattsituation ergab sich für die Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bei der Insulingruppe entfielen insgesamt 2,94 Schlaganfälle oder Herzinfarkte auf 100 Personenjahre, bei der Tablettengruppe waren es 2,85.

Allerdings kam es bei der Insulingruppe zu Unterzuckerungen. Sie traten zwar sehr selten auf, aber doch häufiger als unter der Standardtherapie. Auch beim Körpergewicht schnitt die Insulingruppe schlechter ab. Während diese im Schnitt 1,6 Kilo zunahm, verlor die Tablettengruppe 0,5 Kilo. „Wir sehen damit bestätigt, dass Metformin das bevorzugte Medikament bei frühem Typ-2-Diabetes ist“, bilanziert Professor Dr. med. Stephan Matthaei, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Wenn im Verlauf einer Diabeteserkrankung die Blutzuckerwerte ansteigen, ist es oft nötig, den Patienten zusätzlich mit Basalinsulin zu behandeln, um die Grundversorgung mit Insulin sicherzustellen. So empfehlen es auch die nationalen und internationalen Leitlinien. An diesem Vorgehen ändere die aktuelle Studie nichts, so Matthaei.

Zu einem klaren Ergebnis kam die Studie auch in der Frage, ob die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischöl-Kapseln vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt. Denn Menschen, die viel Fisch verzehren, erkranken seltener an Herzinfarkt oder Schlaganfall. Dies wird auf den hohen Gehalt des Fisches an Omega-3-Fettsäuren zurückgeführt. Fischöl-Kapseln sind als Nahrungsergänzungsmittel im Handel erhältlich. Es lag deshalb nahe, deren Wirkung bei den Studienteilnehmern zu prüfen. Das Resultat: Die tägliche Einnahme von Kapseln mit 900 mg Omega-3-Fettsäuren hatte in der Studie keinerlei Einfluss auf die Rate von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Vergleichsgruppe erhielt ein Scheinpräparat. „Omega-3-Fettsäuren in Kapselform sind kein Ersatz für eine gesunde Mischkost“, erklärt DDG-Sprecher Professor Dr. med. Andreas Fritsche aus Tübingen.

Literatur:
The ORIGIN Trial Investigators. Basal Insulin and Cardiovascular and Other Outcomes in Dysglycemia. N Engl J Med. 2012 (10.1056/NEJMoa1203858)
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22686416
The ORIGIN Trial Investigators. n-3 Fatty Acids and Cardiovascular Outcomes in Patients with Dysglycemia. N Engl J Med. 2012 (10.1056/NEJMoa1203859)
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22686415

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