Design Thinking als innovative Methode für die Gestaltung des Gesundheitswesens

Führende Verantwortungsträger aus Politik und Wirtschaft diskutieren jährlich beim World-Economic-Forum (WEF) in Davos über die zukünftigen Herausforderungen. Beraten wurde in diesem Jahr über die Auswirkungen der Digitalisierung, insbesondere in Anbetracht der traditionellen Unterrichtsformen. Die Schüler und Studenten von morgen sollten mit ganz anderen Methoden unterrichtet werden, so die These. Dabei stand das „Design-Thinking“ im Fokus, eine innovative Methode zur Lösung komplexer Probleme.
An der Wilhelm Löhe Hochschule (WLH) ist diese Methode längst über die Erprobung hinaus und findet aktive Anwendung in der Lehrpraxis. Aktuell wurden mit Methoden aus dem „Design Thinking“ Werkzeugkästen innovativer Dienstleistungen für Krankenhäuser konzipiert und simuliert.
Die beiden Innovationswissenschaftler der Wilhelm Löhe Hochschule Fürth, Professor Dr. Clifford Sell und Michael Garkisch freuen sich über die Diskussion am WEF-Davos. „Teil unseres Konzepts ist es nicht über Innovation zu lehren, sondern Innovation auch zu leben. Modernste Methoden der Innovationsforschung haben wir stets im Blick um diese gemeinsam mit unseren Studenten praxisnah zu erproben. Mitdenken ist bei uns nicht nur erlaubt, sondern wird auch gelebt“ betonen die beiden Wissenschaftler. Dies fließt wieder insbesondere in einen Bachelorstudiengang der WLH ein, der sich mit Technologie- und Innovationsmanagement im Gesundheitswesen befasst.
Ein Erfolgsfaktor moderner und aktivierender Hochschullehre ist es zunehmend, sich nicht als typischer Lehrender oder gar Belehrender zu sehen, sondern als Coach und Mentor der Teilnehmer: „Vielmehr geht es darum, an Hand von konkreten Problemen unsere Studenten zu befähigen, diese mit sozialer Kompetenz, Empathie und Methoden kreativ zu lösen. Mit Service-Design-Thinking werden Ideen nahe an den echten Bedürfnissen des Kunden entwickelt und mit ihm getestet“ so Prof. Sell.
Ein Satz des WEF, der von der bekannten Harvard Professorin Linda A. Hill stammt, nehmen sich die beiden Innovationswissenschafler Sell und Garkisch besonders zu Herz: „Leading innovation is not about getting the people to follow you in the future, it is about to getting people to co-create with you.“
„Mit einem seitenstarken Vorlesungsskript und mit darin enthaltenen Definitionen lassen sich nicht alle Probleme lösen. Probleme – und das zeigt die Praxis – müssen aber später einmal aktiv von Studenten gelöst werden. Wenn Studierende jedoch Methoden kennen gelernt haben, werden diese später einmal zu wahren Problemlöser in Unternehmen. An Aha-Effekte bei der Anwendung solcher Innovationsmethoden erinnern sich die Studenten ein Leben lang.“
Design-Thinking ist eine Innovationsmethode, mit welcher aus komplexen Problemen, Lösungen kreiert werden können. Die Autoren des Bestseller-Handbuchs „Design Thinking“ Uebernickel et al. (FAZ-Buch, 2015) beschreiben die Methode wie folgt: „Design Thinking öffnet den Weg für alle Altersgruppen, (wieder) spielerisch und neugierig auf Problemstellungen zu schauen und diese zu bearbeiten. Dabei geht es darum, auch scheinbar Unlogisches und Unerreichbares zu denken, ernsthaft zu diskutieren und zu überraschenden Erkenntnissen zu gelangen.“
Die Wilhelm Löhe Hochschule ist eine private Hochschule in der Europäischen Metrolopolregion Nürnberg, die Absolventen befähigt, verantwortlich, wirtschaftlich und zukunftsorientiert das Gesundheitswesen mitzugestalten. Ihre Gründungsmutter ist die Diakonie Neuendettelsau, mit 7.000 Mitarbeitenden und einem Umsatz von über 340 Millionen Euro eine der größten diakonischen Einrichtungen in Deutschland.

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