Des Bayern neue italienische Kleider

(dmd). Früher geschah es regelmäßig. Seit die BMW-Designabteilung jedoch aus einer eigenen Mannschaft besteht, holen sich die Macher aus München nur noch ganz selten gestalterische Ideen von extern. Normalerweise entstehen neue Studien unter Führung des derzeitigen Chefdesigners Adrian von Hooydonk. Doch für den diesjährigen Concorso d’Eleganza im norditalienischen Como ging BMW mal wieder „fremd“ und ließ sich von der Mailänder Kreativ-Schmiede Zagato ein Studienmodell gestalten.

Es ist das erste Mal, dass das bayerische Autohaus mit dem italienischen Designer kooperiert. Das Ergebnis: ein rot-metallic lackierter Zagato Coupé, der auf dem Roadster Z4 basiert. Bei der Wahl des Farbtons wurde dem Vernehmen nach intern heftig gekämpft.

Lagen Z3 Coupé und Z4 Coupé jedoch stilistisch nahe an ihren Roadster-Geschwistern, so entfernt sich das Zagato Coupé deutlich vom aktuellen Z4. Schon von vorn präsentiert sich das neue Modell eigenständig: Der Nierengrill besitzt ein Z-Muster, der Scheinwerferumriss wirkt reduzierter als beim Z4, der Übergang von Flanke in die Frontpartie ist von der Hybrid-Studie i8 inspiriert; Details wie der Türgriff unterscheiden sich ebenfalls.

Das Dach verfügt über den für den Karossier typischen Doppelhöcker, und am auch Heck ist das Coupé ein echter Zagato – mit senkrecht abgeschnittener Kante und großzügiger Verglasung. Die Reaktionen des Publikums schwankten zwischen uneingeschränkter Zustimmung und dem Wunsch nach einem deutlicher konturierten Heck – mit einer noch schärferen Abrisskante, stärkerem Einzug, einer spannungsreicheren Gestaltung der Schulterlinie und einer moderneren Behandlung der hinter Glas positionierten Rückleuchten.

BMW-Chefdesigner Adrian van Hooydonk ließ durchblicken, dass eine Serienproduktion möglich, jedoch noch nicht entschieden sei. Das mit einer komplett aus Aluminium gefertigten Karosserie ausgerüstete Coupé ist erheblich leichter als der Roadster; der Sechszylinder-Turbomotor auf 400 PS erstarkt, womit laut van Hooydonk glatte 300 km/h Spitze möglich wären. Ein solches Coupé würde nicht nur in die Fußstapfen von Z3 und Z4 M Coupé treten, es könnte Puristen auch über das Fehlen eines Mittelmotor-Sportwagens hinwegtrösten.

Zudem wäre es eines der erschwinglichsten Zagato-Modelle seit langem. Denn nach einigen Ausflügen in größere Stückzahlen – stellvertretend dafür stehen Lancia Beta Spyder und Maserati Biturbo Spyder – haben sich die Italiener erneut im obersten Luxussegment etabliert. Die in Mailand entstehenden Unikate werden oft unter Ausschluss der Öffentlichkeit verkauft – und erscheinen dann irgendwann auf Veranstaltungen wie dem Concorso d’Eleganza Villa D’Este, wo nun auch die neue Coupé-Studie das Licht der Öffentlichkeit erblickte.

Scroll to Top