Der Stoff der Weiblichkeit

(djd). Eigentlich gibt es nicht das Östrogen, sondern nur die Östrogene oder auch Estrogene. Denn das wichtigste weibliche Sexualhormon besteht tatsächlich aus einer Gruppe von chemisch ähnlichen Stoffen wie Estradiol, Estron und Estriol. Diese werden überwiegend in den Eierstöcken gebildet, bei Schwangeren auch in der Plazenta. Östrogene bestimmen das Frausein von Anfang an: Sie sorgen in der Pubertät für die Entstehung der weiblichen Formen, regulieren Eisprung und Zyklus und spielen eine wichtige Rolle bei der Schwangerschaft. Darüber hinaus fördern sie Knochenbildung und -erhalt, beeinflussen die Wärmeregulation des Körpers und stimulieren das Immunsystem.

Wenn die Hitze kommt

Bei dieser Vielzahl an Wirkungen ist es nicht verwunderlich, dass der starke Abfall der Östrogenproduktion in den Wechseljahren oft spürbare „Nebenwirkungen“ hat. Eine der bekanntesten sind die typischen Hitzewallungen, die sich über mehr als zehn Jahre hinziehen können. Im Büro, im Supermarkt oder nachts im Bett bricht plötzlich der Schweiß aus allen Poren – sehr unangenehm und oft auch peinlich. Bei starken Beschwerden kann eine Hormontherapie helfen, die „fliegende Hitze“ in den Griff zu bekommen. Dabei wird das Östrogen nach aktuellen Therapieempfehlungen am besten über die Haut verabreicht, etwa mit Gynokadin Dosiergel. Das hat mehrere Vorteile: Zum einen wird dabei die Leberpassage umgangen und so das Thromboserisiko gesenkt. Zum anderen ist eine individuellere und damit meist geringere Dosierung möglich als bei Tabletten. Mehr Informationen dazu gibt es unter http://www.hormontherapie-wechseljahre.de im Internet.

Vorsicht bei Übergewicht

Gerade bei übergewichtigeren Frauen hat die transdermale Darreichungsform deutliche Vorteile, da bei ihnen das Thromboserisiko ohnehin schon erhöht ist. Klagen sie allerdings über „ganztägige Hitzewallungen“, muss breiter untersucht werden. Ständiges Schwitzen kann nämlich auch durch eine erhöhte Insulinausschüttung im Rahmen eines metabolischen Syndroms verursacht werden. Dies sollte zunächst geklärt und ausgeschlossen werden, bevor eine Hormongabe verordnet wird.

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