Der mobile Klick zur schnellen Hilfe – Erste-Hilfe bei Unfällen von Kindern

Die Unsicherheit, wie bei Verletzungen sinnvoll Hilfe geleistet werden kann, ist groß. Doch während bei Erwachsenen oft die Suche im Internet oder auf dem Smartphone hilft, gab es bisher keine adäquate Hilfe bei Verletzungen von Kindern. „Das ist mir bei einer Auffrischung meiner Erste-Hilfe Kenntnissen aufgefallen“, erklärte Professor Sascha Seifert. Der Professor für Medizintechnik ist selbst Vater und kam mit Björn Vetter, Referatsleiter für Erste-Hilfe-Programme beim Landesverband des DRK, ins Gespräch. „Die jetzt fertiggestellte App-Programmierung von Katrin Bott ist das erfreuliche Resultat dieses Gesprächs“, stellte der Pforzheimer Professor fest.

Die 24jährige Medizintechnikerin absolvierte in vier Monaten einen Intensivkurs in Notfallmaßnahmen, recherchierte die Inhalte von Verletzungen bis Kinderkrankheiten und bereitete sie multimedial auf. Das Ergebnis ist ein umfassendes Nachschlagewerk für Eltern, Angehörige, Lehrer und Erzieher, das Anfang Dezember 2016 im Netz erhältlich sein wird. Die App, die derzeit für das Android-Betriebssystem ab Version 4.1 programmiert ist, überzeugte nicht nur die Prüfer der Ingenieurin, sondern auch die DRK-Verantwortlichen. „Die strukturierte und engagierte Herangehensweise ist beeindruckend“, freute sich Michael Storz. Der Leiter der Ausbildung des DRK-Kreisverbandes Pforzheim-Enzkreis ist überzeugt, dass die Anwendung künftig deutschlandweit abgerufen wird.

„Die Suche ist denkbar einfach. Mit drei bis vier Klicks hat man alle wichtigen Infos zusammen“, führte Katrin Bott aus. Die App geht immer von der Beschreibung der Symptome und der Definition aus. So werden beispielsweise bei Pseudokrupp unterschiedliche Hustenarten – auch mit Hörproben – vorgestellt, deren Unterscheidungsmerkmale genannt, Detailinformationen zum Umgang sowie erste Maßnahmen zur Soforthilfe geliefert. Die Kombination aus einem „Einmaleins“ der Krankheit sowie einer Lexikonfunktion über Kinderkrankheiten und die Behandlung der häufigsten Unfallverletzungen machen die App zu einem wichtigen Ratgeber. „Natürlich ersetzt die Anwendung auf dem Handy nie den Arzt oder den Notruf“, stellte Björn Vetter klar.

Die klare Struktur der App mit der überzeugenden Benutzerführung ermöglicht es dem DRK die App weiter zu pflegen und weiterzuentwickeln. „Angedacht ist ein kostenfreier Download für die gängigen Betriebssysteme“, so Vetter. In enger Zusammenarbeit haben das DRK und Katrin Bott die Inhalte abgestimmt, die Richtigkeit überprüft, Bildquellen erschlossen sowie die Ausrichtung abgestimmt. „Die gute Kooperation erleichtert uns die Übernahme der App ungemein“, skizzierte Michael Storz das zukünftige Vorgehen des DRK. Die App soll sowohl allgemein verfügbar sein, bei Kursen und Workshops genutzt werden als auch weiter inhaltlich fortgeschrieben werden.

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