Der Hybrid wird erschwinglich

(djd). Noch vor zwei, drei Jahren waren Hybrid- und Elektrofahrzeuge seltene Exoten auf unseren Straßen. Heute ist die Spritspartechnik in der Serie angekommen. Selbst Deutschlands beliebtestes Auto, den VW Golf, gibt es ab Herbst 2014 als „GTE“ mit einer besonders verbrauchsarmen Plug-in-Version zum Aufladen an der Steckdose. Alternative Antriebe sind demnach weiter auf dem Vormarsch, das Angebot an Modellen auch bei den Klein- und Kompaktwagen wächst.

„Elektrifizierung“ des Antriebs

Umweltschutz und der Wunsch, die laufenden Kosten für das Autofahren zu reduzieren, gehen dabei Hand in Hand. Der niedrige Verbrauch, der sich durch die „Elektrifizierung“ des Antriebs ergibt, zahlt sich sowohl mit geringeren Emissionen als auch mit niedrigen Kraftstoffkosten aus. Mit dem wachsenden Angebot an Neufahrzeugen nimmt auch die Vielfalt der Antriebskonzepte zu – vom reinen Elektrofahrzeug bis hin zu Hybridmodellen, die den klassischen Verbrennungsmotor mit einem E-Motor unterstützen.

Einen günstigen Einstieg ermöglicht beispielsweise das „Bosch Boost Recuperation-System“. Dabei wird überschüssige Bremsenergie in einer Batterie gespeichert und beim nächsten Beschleunigen genutzt. „Voll-Hybride“ verfügen neben dem Verbrennungsmotor über einen zusätzlichen Elektromotor samt Energiespeicher. Der Kraftstoffverbrauch sinkt hier um bis zu 25 Prozent. Interessant ist der alternative Antrieb auch für Wenigfahrer. Bosch-Experte Volker Barth dazu: „Wer häufig kurze Strecken zurücklegt oder viel im Stadtverkehr unterwegs ist, fährt mit einem Hybrid besonders günstig, da sich im Stop-and-go-Verkehr die Vorteile beim Verbrauch deutlich bemerkbar machen.“ Hinzu kommen immer mehr sogenannte Plug-in-Hybride, die sich an der Steckdose aufladen lassen. Da deren Batterie größer dimensioniert ist, ermöglicht diese Variante auch eine größere rein elektrische Reichweite auch bei höheren Geschwindigkeiten.

„Segeln“ im Auto

Besonders angenehm beim Hybridfahren ist die sogenannte Segelfunktion: Dabei wird der Verbrennungsmotor abgeschaltet und das Fahrzeug gleitet ohne Motorbremswirkung dahin – ideal auf Landstraßen oder Autobahnen mit leichtem Gefälle. Das Fahrzeug nutzt den Schwung und „segelt“ emissionsfrei und geräuschlos weiter. Alles, was dafür nötig ist, regelt die Elektronik. „Man muss für den Hybrid das Autofahren nicht neu erlernen“, betont Barth. Auch die Fahrfreude bleibe nicht auf der Strecke, im Gegenteil. „Wer einmal einen Hybrid zur Probe gefahren hat, wird vor allem vom starken Antritt und der Elastizität begeistert sein“, so Barth. Da der Elektromotor gerade „von unten heraus“ für ein kräftiges Drehmoment sorge, wiesen Hybridmodelle aus dem Stand einen kräftigen Durchzug sowie eine verbesserte Elastizität etwa bei Überholmanövern auf.

[Zusatz-Infos]

Alternative Antriebe im Überblick

Hybrid, Erdgas, E-Fahrzeuge – das Angebot an Serienfahrzeugen mit alternativen Antrieben wächst. Hier ein Überblick über die Möglichkeiten:

– BRS (Boost Recuperation-System): Ein Einstiegshybrid mit Verbrennungsmotor für die Mittelklasse. Er nutzt das regenerative Bremsen und ermöglicht Kraftstoffeinsparungen von bis zu sieben Prozent.
– Strong-Hybrid: Das permanente Zusammenspiel von Elektromotor, Batterie und Verbrennungsmotor ermöglicht Einsparungen von 15 bis 25 Prozent.
– Plug-in-Hybrid: Die Batterien dieser Modelle lassen sich an der Steckdose – idealerweise mit Ökostrom – aufladen. Da die Batterien größer ausgelegt sind als bei konventionellen Hybridfahrzeugen, ist auch deren rein elektrische Reichweite größer. Die Kraftstoffersparnis liegt nach Angaben von Bosch bei 65 bis zu 90 Prozent.
– E-Fahrzeuge: Fahren rein elektrisch, ohne zusätzlichen Verbrennungsmotor. Regelmäßiges Nachladen wird somit erforderlich.
– CNG: Erdgasgetriebene Fahrzeuge senken im Vergleich zum Verbrennungsmotor deutlich die Emissionen und reduzieren die Kraftstoffkosten für den Verbraucher um rund 50 Prozent.

Scroll to Top